Ringband, Kapsel, Handgelenk, Bizeps, Ellbogen – Richtig Tapen

22. April 2009 in RokBlog  |  4 Kommentare  |  28907 Leser
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Ringbandtape 04

Ringbandtape 04

Leider gehören Verletzungen der Bänder, Sehnen, Muskeln zum Klettern und insbesondere zum Bouldern fast dazu. Mit einem richtigen Tapeverband, kann man Überlastungen vermeiden und nach Verletzungspausen dosierter wieder Auftrainieren. Die hier gezeigten Beispieltapes sollen selbstverständlich nicht den obligatorischen Besuch beim Sportorthopäden ersetzen und vor allem nicht den gesunden Verstand ausschalten. Vielmehr habe ich inzwischen so oft, so falsche Tapeverbände gesehen, daß ich glaube etwas Aufklärung könnte nicht schaden. So individuell eure Verletzungen sind, so individuell sollte auch euer Tape ausfallen, aber im Groben könnt ihr euch an diese Anleitungen halten und einfach an eure Bedürfnisse anpassen.

Wann sollte man überhaupt tapen?

Sicherlich ist es unsinnig am nächsten Tag nach einer Ringbandverletzung Tape draufzuklatschen und weiter zu trainieren. Bei fast allen Verletzungen ist eine Initialpause wichtig und notwendig. Auch präventiv tapen sollte man lassen. Die Bandapparate brauchen den Belastungsreiz um sich anzupassen, also robuster zu werden. Tapt man immer, bekommen die Bänder weniger Reize und bilden sich demzufolge nicht aus. Tapen ist sinnvoll für bestimmte Boulder oder Routen, bei denen eine individuell ungewohnt hohe Belastung auftritt, oder nach einer Verletzungspause um den Strukturen mehr halt zu geben.

Welches Tape eignet sich?

Ich habe die besten Erfahrungen mit Stofftape gemacht – je robuster das Material und je besser der Kleber, desto länger bleibt das Tape dort wo es soll. Vergesst Plastiktape – viel zu rutschig und schlecht handzuhaben. Gewebetape aus Leinen bzw. Baumwolle eignet sich einfach am besten und lässt sich unterwegs auch ohne Schere gut zurecht reissen. Der Standard ist wohl Leukotape Classic, 10m x 2cm, weiß von BSN Medical GmbH. Besser und günstiger bekommt man gleichwertiges Tape zB. über den Ebay-Shop von ‘tape-profi’, oder bei den Bergfreunden. Ich empfehle euch die breiteren Varianten, da sich das Tape sowohl in Quer- als auch in Längsrichtung reissen lässt, könnt ihr euch die Breite individuell anpassen und bekommt mehr für euer Geld.

Wie tape ich richtig?

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4 Antworten zu “Ringband, Kapsel, Handgelenk, Bizeps, Ellbogen – Richtig Tapen”

  1. Sascha sagt:

    Sehr starke Hilfe für Falsch-Taper wie mich. Kann man eigentlich das Taping für Ringbänder auch auf Kapseln portieren. Denn letztlich geht es ja auch “nur” um ein Stabilisierung des Gelenks, ähnlich wie man die Zugbelastung beim Ringband unterbinden möchte.

    Und gibt es da noch andere Möglichkeiten sein Kapsel zu unterstützen, zu trainieren? Knete oder so? Denn ich muss sonst immer wieder lange Pausen machen bis der Schmerz weg ist, welcher nach kurzer Zeit wieder kommt, weil wohl diese sich noch nicht an die stetige Belastung angepasst haben. (Boulder seit ca 2,5 Jahren)

    lg

    Sascha

  2. Hi Sascha,

    danke für deinen netten Kommentar!

    Ich persönlich würde bei einer frischen Kapselverletzung erstmal pausieren(2 Wochen, oder GETAPED einarmig bouldern)!!! Dann eigentlich auch das ISA-Tape von Isa Schöffl benutzen. Zusätzlich dazu würde ich aber auch noch links und rechts vom betroffenen Finger jeweils einen Längsstreifen kleben um die Seitenbänder zu stabilisieren. Ich bin echt kein Arzt, soviel muss dir bei allen Tips natürlich völlig klar sein.
    Neulich war ich übrigens beim Schöffl und eine Neuigkeit bei Ringbandverletzungen für mich war, dass die Tapestreifen eher so schmal wie möglich sein sollten, damit der Druck auch wirklich auf die Ringbänder kommt und nicht “vom Fingerfleisch konsumiert wird”.

    Bei einer Kapselverletzung solltest du unbedingt vermeiden geschwächt bouldern zu gehen. Besonders wenn es dir die halbaufgestellten Finger “langzieht” ist das absolut schlecht! Ich würde auch anders als beim Ringbandtape die Tapestreifen so breit wählen, dass dein Finger quasi als Haken fixiert ist. Nimm bloß keine Schmerzmittel vorm bouldern und hör absolut auf dein Gefühl BEVOR du was verschlimmerst! Wenn du nach dem Bouldern Schmerzen (dumpf, hell, andere Druckempfindlichkeit, etc) spüren solltest, dann MACH PAUSE, oder geh in der Dosis des Kletterns noch weiter runter bis es völlig schmerzfrei geht! Bitter, aber so ists halt! Schmerzen zu übergehen zahlt sich fast nie aus!

    Gute Genesung,

    Marc

  3. Dominique sagt:

    hallo, nette Anleitung zum tapen, jedoch solltest du niemals einen tape streifen ganz rum machen, es muss immer etwas offen bleiben, damit du das Blut nicht staus, also halb rum und dann nohcmal halb rum nur eben von der anderen seite, das ist kein problem, aber nicht einmal rum, hat mein physiotherapeut zumindest gesagt und der hat davon definitiv Ahnung ;)

  4. Hallo Dominique,

    genau das demonstriere ich doch bei dem Tapen des Handgelenks, des Ellbogens und des Bizeps?! Vielleicht ist das auf den Fotos nicht sooo deutlich, aber das Tape für die Gegenseite ist auf dem Foto schon parat gelegt um dies zu verdeutlichen.
    Ganz herum empfiehlt es sich jedoch bei den Fingern (auch laut Dr. Volker Schöffl).

    Schönen Gruß,

    Marc

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