Bouldern in der Pfalz
11. November 2008 in RokBlog | 4 Kommentare | 17332 Leser
Info
In der Pfalz, einem der traditionsreichsten Klettergebiete Deutschlands entwickelt sich seit einigen Jahren eine immer stärker wachsende Boulderszene. Massive, aber auch freistehende Blöcke aus rotem Buntsandstein bieten inzwischen ca. 1000 Boulderprobleme in allen Schwierigkeitsgraden. Es gibt noch etliches Neuland zu entdecken und viele der bisherigen Probleme sind jetzt schon echte Klassiker. Besonders aus dem Rhein-Main-Gebiet lohnt sich der relativ kurze Anfahrtsweg für 1-2 Tagesausflüge in die Bouldergebiete der Südpfalz. Der aktuellste Boulderführer(2004) ist im Moment bereits vergriffen – wir hoffen auf eine Neuauflage.
Anfahrt
Die Südpfalz lässt sich grob in zwei Zentren aufteilen, zum Einen die Gebiete rund um Bad Dürkheim und zum Anderen die Gebiete rund um den Hermersbergerhof. Am besten benutzt ihr online Routenplaner um euch den für euch optimalen Weg herauszusuchen, zB. Google-Maps.
Den Zugang zu den Felsen bzw. Blöcken findet ihr praktisch nicht ohne einen Boulderführer.
Regelungen
Als traditionsreiches Klettergebiet gibt es in der Pfalz wie auch in den meisten anderen Sandsteingebieten Diskussionen über die Verwendung von Chalk. Um auch in Zukunft Problemen aus dem Weg zu gehen sollte jeder Boulderer einen verantwortungsvollen Umgang mit dem weissen Pulver pflegen. Manche Gebiete sind heiß umstritten und insbesondere hier sollte besonderer Wert auf einen, auch für Wandereraugen akzeptablen, Gebrauch gelegt werden. Ansonsten gilt das, was sowieso jedem vernünftigen Menschen klar sein sollte: Keinen Müll rumliegen lassen, auch nicht fremden. Nehmt Rücksicht auf Tiere und Menschen und No Footsteps! Manche Gebiete sind teilweise von den Sperrungen wg. Vogelbrut betroffen, beachtet bitte die aktuellen Hinweise auf der Website der Pfaelzer-Kletterer.
Charakter
Die meisten Boulder befinden sich an Massiven die Abbruchkanten der hügeligen Landschaft sind. In Gebieten wie der Kalmit und dem Haardt befinden sich aber auch freistehende Blöcke. Die überwiegende Anzahl der Boulder ist nicht höher als 4 Meter, dafür gibt es aber sehr pumpige Ausdauertraversen.
Der Sandstein mit seiner groben Körnung und seinen facettenreichen Formen bietet vor allem Sloper, Leisten und Zangen. Teilweise werden aber auch Löcher und Mulden benutzt.
Viele Boulder sind definiert, aber selten muss man sich unlogischen Regeln unterwerfen, die meisten Definitionen sind offensichtlich.
Ohne Crashpad hat man keine Freude, je mehr Pads man dabei hat, desto unbefangener lässt es sich bouldern. Insgesamt ist die Pfalz aber eher absprungfreundlich und geht mehr in Richtung Fontainebleau, als in Richtung Magic Wood.
Jahreszeit
Der Sandstein öffnet seine Poren bei Temperaturen um die 3 Grad Celsius, dann bieten die Sloper optimalen Grip und die Boulder lassen sich teilweise überhaupt erst begehen. Klar, daß also Herbst und Winter die besten Jahreszeiten sind. Besonders gut sind die Bedinungen bei einem Temperaturwechsel von warm nach kalt, da sich dann Feuchtigkeit in den Fels zurückzieht und die Oberfläche besonders trocken wird.
Nach Regentagen sollte man aufpassen: Der Buntsandstein saugt sich schwammartig mit dem Regenwasser voll und dadurch wird seine Struktur geschwächt – das Ergebnis sind ausbrechende Griffe und zerstörte Boulder. Lieber noch einen Tag abwarten und dann mit mehr Haut und Kraft angreifen.
Abgesehen von den Kletterbedingungen ist die Pfalz schon alleine wegen der Schönheit der Farben einen Besuch an einem sonnigen Herbsttag wert.
Bewertungen
Die Bewertungen in der Pfalz sind eher leichter als zB. in Fontainebleau aber nicht unrealistisch. Es gibt weniger absurde Ausreisser (abgesehen von Griffausbrüchen) und insgesamt ist die Bewertung recht homogen, vergleichbar etwa mit dem Magic Wood. Teilweise spielen die Bedingungen eine dramatische Rolle für die empfunden Schwierigkeiten.
Literatur und weitere Medien
Das Standardwerk ist der “Boulderführer Pfalz und Nordvogesen en bloc” von Alex Wenner, erschienen im Panico-Verlag. Ohne diesen Führer geht eigentlich nix. Leider sind inzwischen schon etliche weitere Boulder hinzugekommen, so dass wir dringend eine Neuauflage brauchen.
Im Netz finden sich ebenfalls Informationen, Peter Weinrich hat auf der Website der Pfaelzer-Kletterer eine Boulderdatenbank gefüttert in der sich die meisten Boulder befinden.
Zusätzlich zu diesen beiden Informationsquellen gibt es auf ropeless.de noch ein paar Boulder, sowie Photos und Videoclips.
Auf palatinum.info finden sich ebenfalls noch etliche Videoclips.
Inzwischen existiert sogar ein Film über das Bouldern in der Pfalz. Lokalprotagonist Alex Wenner hat mit “Palatinum” bereits 2002 die geilsten Boulder festgehalten und einen wirklich sehenswerten Film produziert.
Links
- Pfaelzer-Kletterer – Website des traditionsreichen Klettervereins
- ropeless.de – Website der damaligen Boulderszene
- palatinum.info – Website über das Pfalzklettern und Bouldern von Alex Wenner
- Google-Maps – Routenplaner
- Kletterführer-Pfalz kaufen
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Hi Marc,
sag mal, hast Du irgend eine Idee wie man an den (ausverkauften) “Palatinum” Boulderfilm von Alex Wenner kommen kann?
Die Clips die man auf der Palatinum HP sehen kann machen echt lust auf mehr!
Bin für jede Hilfe dankbar,
barfuss
Hi Barfuss,
also mir fällt da eigentlich nur der Alex Wenner direkt ein. Schreib doch mal eine Email an info@palatinum.info und frage dort nach. Ich habe ebenfalls ein paar Onlineshops abgeklappert, aber erfolglos. Da ist nix mehr zu holen – leider!
Viel Erfolg,
Marc
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