Bouldern in der Silvretta / Silvapark & Video
16. August 2010 in RokBlog, Videos | 22 Kommentare | 37694 Leser
Das Bouldergebiet Silvapark in der Silvretta befindet sich auf 2300 Metern Höhe und bietet auch bei hier unerträglichen Temperaturen jenseits der 35 Grad noch gute Bedingungen zum Bouldern. Im Juli 2010, also pünktlich zur Hitzewelle, brannte es Mia und mir nicht nur auf der Haut, sondern auch unter den Nägeln – wir brauchten mal wieder echten Fels! Angespornt vom neuen Topo über das Bouldern in den Alpen “Alpen en bloc 1″ entschieden wir uns kurzerhand für die Silvretta. Mit im Gepäck war auch die Kamera, deswegen gibt´s ein kleines, 10-minütiges Video von unserem Bouldertrip.
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Gebietsinfos
Das schöne Bouldergebiet Silvapark / Silvretta befindet sich unterhalb der Ballunspitze, oberhalb des Kop-Stausees bei Galtür – genauer bei Wirl. Auf etwa 2300 Metern gelegen ist es eines der besten Destinationen für die heißen Sommermonate. Das Gneisgestein ist vorwiegend sehr scharf und rauh, teilweise nicht optimal fest und es dominieren kleine Leisten. Wer hier ohne üppige Hautreserven antritt, braucht kein Zimmer für eine Übernachtung zu buchen! Die Zustiegszeiten rangieren von 20 bis 60 Minuten, je nach Sektor, Ausgangspunkt und persönlicher Fitness. Ich fand es jedes Mal anstrengend. Wer sich den Zustieg etwas verkürzen möchte, der kann die Birkhahn-Seilbahn benutzen. Eine Saisonkarte kostet 40,- EUR und erleichtert den Zustieg enorm. Ärgerlich, dass die letzte Talfahrt bereits um 17:00 Uhr stattfindet. Das gesamte Gebiet teilt sich in mehrere Sektoren auf, insgesamt gibt es knapp unter 200 Boulder, wovon die Creme de la Creme eher in den oberen 7ten und 8ten Bouldergraden zu finden ist. Einige Ausnahmen im 6ten Grad sind aber auch durchaus lohnend und echte Linien. Das meistens eher unangenehme Absprunggelände und die stark verblockten Zustiege durch die Blockmeere eignet sich überhaupt nicht für Familien mit kleinen Kindern und insgesamt ist das Bouldergebiet recht weitläufig – ein Hin- und Herwechseln zwischen den Bouldern ist teilweise recht umständlich. Diese Umstände prägen auch den Charakter des Bouldergebiets: Es will hofiert, nicht konsumiert werden! Meist weht ein mäßiger bis starker Wind, so dass die Boulder nach Regenschauer nur etwa 60 Minuten zum Abtrocknen benötigen. Der Boden bleibt oft deutlich länger nass. Vornehmlich erschlossen und erkämpft wurde das Bouldergebiet von Bernd Zangerl, auf dessen Konto auch die härtesten Erstbegehungen gehen. Ein ordentliches Dankeschön gebührt ihm auch für die Diskussionen/Verhandlungen und dem Ebnen des Weges für ein breiteres Boulderpublikum.
Topos und Infos
Das beste gedruckte Topo gibt es seit kurzem im Panico-Verlag. Das Team von alpboulder.com hat zusammen mit Panico das Topo “Alpen en bloc 1″ veröffentlicht. Neben der Silvretta finden sich hier auch etliche andere Topadressen der Alpen: Magic Wood, Sustenpass, Gotthardpass,… die Liste ist lang und das Topo erste Qualität. Alle Blöcke sind abfotografiert und die Linien klar eingezeichnet.
Zusätzlich zum Alpentopo gibt es auch ein Online-Topo mit Fotos. Auf climbers-paradise.com wurde das Bouldergebiet Silvapark ganz offiziell vom Tourismusverband vorgestellt und die Topos angeboten. Bei unserem Besuch trafen wir Norman Griesser vom Tourismusverband Paznaun – Ischgl und wir wurden sehr freundlich und neugierig empfangen. Schön zu sehen, dass man als Boulderer willkommen ist und dass die Zusammenarbeit anscheinend funktioniert!
Unterkunft
In Galtür und Wirl gibt es zahlreiche Hotels und am Zeinisee auch einen Campingplatz, der eine günstige Unterkunft anbietet. Nicht erwünscht ist das wilde Campen und Parkieren! Insbesondere das wilde Campen am Parkplatz Kopsee muss tabu sein. Bitte gefährdet nicht die gute Zusammenarbeit zwischen Offiziellen und Boulderern durch egoistisches Knausern!
Vielleicht findet sich in naher Zukunft ja eine Variante, bei der Boulderer z.B. den Zeinisee-Parkplatz inkl. Toilettenbenutzung gegen eine Gebühr benutzen dürfen?
Wer von weiter her anreist, der findet auch außerhalb des Bouldergebiets viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Langweile kommt vor dieser schönen Bergkulisse jedenfalls auch an Ruhetagen nicht auf. Und Ruhetage sollte man fest in den Trip einplanen, da der Fels sehr hautfressend ist.
Bouldertrip Sommer 2010
Ursprünglich war eigentlich das Zillertal geplant, aber nach der Lektüre von “Alpen en bloc 1″ und nachdem das Wetter so gut gemeldet war, rückte die Silvretta näher in unseren Focus. Bei meinen letzten Besuchen war ich immer ohne Topo unterwegs und da die Infos auf 8a.nu sich eher auf die zu schweren Boulder beschränkten, war ich umso gespannter, mal das Neuland abseits der 8a-Pisten zu “entdecken”. Die Bilder sahen jedenfalls schon mal sehr vielversprechend aus! Kurz nochmal beim Boulderschof gecheckt, dass die Bedingungen wohl auch recht gut wären, machten wir uns auf den Weg. Wieder einmal völlig bescheuert geplant standen wir mitten in der Nacht beim Pickerlverkauf mit fast leerem Tank da und bibberten uns (wie jedes Mal bisher) zur nächsten Tanke. Den Tank wieder frisch gefüllt nahmen wir die Silvretta Hochalpenstraße in Richtung Galtür und wurden am Ziel mit einem grandiosen Sternenhimmel inmitten der Alpenkulisse belohnt.
Der nächste Morgen fing perfekt an: super Wetter, angenehme Temperaturen und ein frischer Wind – dazu heißer Kaffee und ein leckeres Frühstück – gestärkt schulterten wir die Crashpads und machten uns an den Zustieg. Das erste Ziel war der Sektor “Schuh des Manitu” – nach anstrengendem Aufstieg saßen wir klitschnass geschwitzt am namensgebenden Block und legten Hand an. Nachdem “Squa Man” klappte, zogen wir weiter in den Sektor “Supercrack”. Während Mia einen Boulder nach dem anderen abhakte, schredderte ich mir die Finger an “Crossover” und im Sektor “Palm Beach” am “Zwiederwurzn”. Beide Boulder wollten mir nicht gelingen, aber zumindest hatte ich das erste Loch in die linke Hand gerissen - auch schon mal ein Erfolg.
Der zweite Tag empfing uns leider schon nicht mehr so freundlich, etwas bedeckter waren wir aber noch guter Hoffnung, den einen oder anderen Boulder zu schaffen. Da wir unser Material am Vortag zwischen den Blöcken versteckten, konnten wir etwas entspannter zusteigen und auch bouldern. “Crossover” gelang mir nun im ersten Anlauf und auch Mia hatte ihren Spaß an “Italian Summer”. Dann zogen wir wieder hoch zum “Zwiederwurzn”. Nachdem am Vortag nicht mal alle Einzelzüge klappen wollten, konnte ich heute endlich den entscheidenden Zug machen - dann fing es an zu regnen. Kauernd und buckelnd harrten wir im Regen unter dem Zwiederwurz-Block aus, bis es eine Regenpause gab. Der Regen ging und der Wind kam – just in time gelang mir der Durchstieg von “Zwiederwurzn”, bevor es wieder anfing zu kübeln. Der schöne Plan, die Pads zu deponieren, war jetzt natürlich hinüber und aus Angst vor einem noch regnerischeren Folgetag rannten wir mit drei Pads im strömenden Regen wieder runter zum Auto.
Der dritte Tag war fies: regnerisch, sehr wolkig und sehr schlecht vorhergesagt. Kurzerhand entschlossen wir uns für den komfortablen Zustieg mit der Seilbahn. Das Seilbahnpersonal war sehr hilfsbereit – das Mitnehmen der Pads war völlig problemlos möglich. Abgesehen vom Preis ist der entscheidende Nachteil der Seilbahn aber definitiv die frühe letzte Talabfahrt um 17:00 Uhr. Angesichts der aktuellen Wettersituation glaubten wir eh nicht daran, länger bouldern zu können und fuhren entspannt nach oben. Im Sektor “Golden Gate” machte ich mich am “Atomblitz” zu schaffen, während Mia sich “the left feet” ausboulderte. Nachdem uns beide Boulder gelangen, zogen wir weiter an “Gautscho” - ein sehr lässiger Boulder und eine sehr schöne Linie. Mit geschredderten Fingern ging´s wieder mit der Seilbahn bergab.
Es regnete die ganze Nacht und den nächsten Morgen – an Bouldern war nicht wirklich zu denken. Der Zustand unserer Finger war inzwischen aber mehr oder weniger Hackfleisch, so dass wir ohne schlechtes Gewissen wieder nach Hause fuhren. Mal abgesehen von den schönen Tagen und klasse Boulder brachte der Kurzurlaub auch die entscheidende Wende für eines unserer längeren Projekte: Während wir unter dem Zwiederwurzn kauernd den Regen abwarteten, fiel der endgültige Entschluss – ein Bus muss her, oder es gibt keine Bouldertrips mehr! Direkt nach der Ankunft in Wiesbaden fand sich auch unser Objekt der Begierde und die mehrmonatige Suche hat jetzt endlich ein Ende- äh Bus!
Bitte entschuldigt die teilweise nicht ganz optimale Qualität der Fotos – viele der Boulderfotos sind leider nur Screenshots aus dem Video. Bei der ganzen Filmerei hab ich doch glatt das Fotografieren etwas vergessen – SORRY!
Video
Falls das Video nicht angezeigt werden sollte: Hier gehts zum Video.

Vimeo Bouldern in der Silvretta












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Oh manno, irgendwie will WordPress bei diesem Video nicht, dass das Einbinden klappt.
Wer verzweifelt auf der Suche nach dem Video sein sollte, findet das Video hier:
Bouldern in der Silvretta
Hoffe euch gefällt das Video trotzdem…
Schönen Gruß,
Marc
edit: HAH Problem gefunden, Problem gelöst!
geiler trip marc…danke fürs video
bis bald mal wieder….
macht nix, denn das video und vor allem die landschaft sehn super aus!
Geil Marc,sehr sehr gut
geile Bilder und ein fetter Schnitt!
schönes Video..genau das Richtige, um mich bei dem bescheidenen Wetter für ne Plastiksession zu motivieren
“Sad Sad Robot”
Sehr geiles Video, schöner Artikel!
Tolles Video! Geile Boulder!
Was für’ne Steadycam hast du benutzt?
me like! paar extrem gute einstellungen, guter schnitt, gute musi
sehr schön werde dies nächste woche vor Ort anschauen.
sehr schönes Video – wie hast du denn den Sweet Spot (sprich mittigen Focus+Schärfeverlauf) hinbekommen – ist das ein Bulletsplugin?
Hey Marc, sehr schönes Video, tolle Landschaft und wie immer ein Begeisterung weckender Bericht!
Sitze mit Springbrunnen in den Händen am PC, dem kommenden Urlaub entgegen fiebernd,…
Lg, Kai
Hat sehr viel Spaß gemacht euer Video. Weiter so!
Auch der Sad Robot Song ging gut rein.
Hey Marc,
Hammer Kameraführung, das neue Stativ hat sich wirklich gelohnt!!Landschaft und Linien hast du super flowig eingefangen und geschnitten!
superfettes Video!!
Gruß Alex
Fettest Video, noch 6 Monate und ich bin wieder im Blockwerk
Hey Marc
das Video hat mir echt gut gefallen, geiler Bericht wie immer…da isses dann auch nicht so schlimm wenn du screenshots verwendest…ist trotzdem noch besser als das was man sonst so findet…
Taugt der Alpenführer fürs Silvretta?
Fürs Magic Wood isses nämlich der größte Müll der je gedruckt wurde. Eigtl schon fast ne Frechheit, da kann man eigtl nur vom Kauf abraten: schlechte Fotoqualität, Fehler über Fehler, total falsche Bewertungen, klassiker ohne Namen, falsche Linienführung und so weiter… manche Linien wie Schneebrett fehlen völlig und die Angaben zum SmallJackblock nützen ohne Foto leider auch nix…der Führer gehört in die Tonne!
Servus Martin,
danke für deine Rückmeldung!
Schade dass der Magic Wood Teil dich nicht überzeugt, ich hatte noch keine Gelegenheit dort zu checken. In der Silvretta gibt es zwar auch ein paar Diskrepanzen, aber ich schrieb dies dem üblichen “Chaos” bei noch so jungen Gebieten zu – echte Schnitzer sind mir jedenfalls keine aufgefallen oder bewußt. Meine Erfahrung ist da tatsächlich eine ganz andere: Bisher bin ich immer mehr oder weniger verwirrt durch die Blöcke dort gestapft und habe etliche Boulder gar nicht entdeckt – mit dem Alpen en Bloc 1 ist das ne ganz andere Art von gezieltem Suchen. Zwar fehlen hier auch noch ein paar Fotos von wenigen Blöcken, aber als Erstauflage finde ich die Qualität gut und über die Internas wie Redaktionsschluß weiß ich auch nicht Bescheid.
Die Jungs von Alpboulder.com werden garantiert im Update korrigieren und ergänzen – dafür sind sie zu sehr selbst leidenschaftliche Boulderer…
Soweit ich weiß, ist aber bisher noch keins geplant.
Auch wenn bestimmt noch weitere Fehler vorhanden sind, habe ich mich echt gefreut ein anständiges Topo für die Silvretta, Tumpen, Daone, Sustenpass, Gottardo, … in den Händen zu halten und nicht zig Bücher rumschleppen zu müssen.
Ciaociao,
Marc
Vielen Dank auch für die zahlreichen, positiven Kommentare zu unserem Video!
Mal zum Setup:
Canon 7D
Samyang Fisheye 8mm
Glidecam HD
und viel Postproduktion
Die Randunschärfe ist ein Videoeffekt, genau wie das gesamte Colorgrading.
Da die Lichtverhältnisse sehr schwierig waren(ultrahell und schattig) habe ich mit einem Reflektor versucht real das Licht zu steuern(ging aber nur schlecht bei dem Wind und mit beiden Händen an der Steadycam), den Rest versuchte ich ebenfalls mit Videoeffekten zu korrigieren. Leider sind meine ganzen Videoeffekte momentan noch recht statisch und bewegen sich nicht mit den Motiven mit, aber das Motiontracking hab ich noch nicht ganz raus… kommt hoffentlich noch!
Was ich auch noch in den Griff bekommen muss, ist das Schwanken der Kamera – besonders beim Fisheye mit sowieso schon verzerrtem Horizont leidet da manchmal das Raumgefühl zu stark. Ich finds aber schonmal einen ganz ordentlichen Schritt im Vergleich zum Vorgängervideo, bei dem noch alle Aufnahmen sehr statisch waren.
Schade, dass der Tag nur 24 Stunden hat…
Schöne Grüße an euch alle,
Marc
geiles video marc..echt die schaffens mich immer wieder zu motivieren wenn n mal n kleiner durchhänger droht
ne frage hätt ich trotzdem wie heißt der song am ende des videos?
grüße
luki
Schickes Video, eure Tour macht Lust auf Sonne & Draussen
mir haben die statischen sachen aus dem bleau video besser gefallen!!
hier ist alles so verwackelt mit der glidecam!
ist aber wohl geschmacksache! dann lieber doch das gute alte stativ!
gruß aus köln,
nico
Hey Marc,
echt Spitzen-Video und super Arbeit. Und die Musik passt irgendwie auch… unterstützt meiner Meinung nach auch die (im Vergleich zu deinem ersten Versuch viel besseren) schönen und ruhigen Kamera-Moves. Macht echt Spass zuzuschauen; und die Zwischenschnitte und Schwenks machen das Ganze noch runder.
An der 3-D-Wirkung / der räumlichen Wirkung fehlt es allerdings tatsächlich etwas. Der Vordergrund wirkt manchmal wie “reingestanzt”.
Aber ansonsten echt stark; kommt in meine Sammlung.
Hoffe und denke, das wird nicht der letzte Versuch bleiben.
Hi Marc,
wieder ein tolles Video, aber auch mir haben deine statischen Bilder besser gefallen. Die Bewegung an sich ist ganz gut durchgeführt. Das Fisheye aber erzeugt beim Schwanken einfach ein unangenehmes perspektivisches “Randwabbern”, mich hats schon recht stark gestört das der Hintergrund so verzerrend schwankt. Vielleicht wär es für Glidecam Aufnahmen besser auf ein paar mm zu verzichten und ein verzerrungsfreieres Weitwinkel um die 14mm zu nehmen? Freue mich schon auf weitere clips!