Bouldern in den Rocklands, Südafrika

05. Mai 2010 in Fotos, RokBlog, Videos  |  11 Kommentare  |  23702 Leser
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Bouldern in den Rocklands

Bouldern in den Rocklands

Die Rocklands, genauer die Blockfelder in den Cederberg Mountains in Südafrika, sind seit einigen Jahren DAS Traumziel für die Boulderer weltweit. Bereits vor über 10 Jahren erschlossen Fred Nicole, Klem Loskot, Bernd Zangerl und viele andere Spitzenkletterer die ersten Boulder und auch heute gibt es noch ein gewaltiges Potential an neuen Felsen und sogar ganzen Sektoren. Die bisher begangenen, 1800+ Boulder bieten für Boulderer in fast jedem Schwierigkeitsniveau grandiose Linien und spektakuläre Boulder.
Das Bouldergebiet in Südafrika liegt ja nicht gerade um die Ecke und die Reiseplanung für einen Bouldertrip erfordert daher etwas mehr Aufwand, als mal eben kurz ins Tessin oder nach Fontainebleau zu düsen.
Zusammen mit den Jungs des Felskaders Baden-Württemberg hat RokBlog.de deswegen für euch die wichtigsten Informationen gesammelt. Der Kader war im Sommer 2009 für mehrere Wochen vor Ort in den Rocklands und Alexander Förschler garniert die reinen Gebietsinfos mit einem kurzen Bericht seines ersten und sehr erfolgreichen Bouldertages in den Rocklands.
Vielen Dank für die vielen tollen Fotos von Axel und Jochen Perschman!

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Bouldern in den Rocklands

Bouldern in den Rocklands

Gebietsinfos

Slacklinen am See

Slacklinen am See

Das Bouldergebiet Rocklands befindet sich in Südafrika etwa 240 KM von Kapstadt entfernt in den Cederberg Mountains. Die grau-gelb-roten Sandsteinblöcke sind verteilt auf über 30 Sektoren und es gibt noch ein gigantisches Potential an unerschlossenen Bouldern. Die bisherigen Boulder rangieren in einem sehr breiten Schwierigkeitsbereich – auch im 6ten Bouldergrad. Überwiegend athletische Kletterei an Leisten und teilweise ziemlich hohe Blöcke warten mit weltklasse Linien. Der Schwerpunkt der sehr guten Linien rangiert aber eher im oberen siebten und achten Franzosengrad. Zahlreiche Filmemacher fühlen sich daher in den Rocklands besonders wohl, wie man Filmen wie CORE, Pure, Progression, Players sehen kann und bestimmt auch noch in den nächsten Jahren sehen wird.
Die Felsstrukturen und Farben sind einfach atemberaubend schön!

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Bouldern und Klettern

Moritz Eisenlauer in Born into struggle

Moritz Eisenlauer

In den Rocklands gibt es mittlerweile etwa 30 Sektoren. Jedes Jahr werden es mehr und nimmt man einen etwas längeren Zustieg in Kauf, ist noch Potential für Erstbegehungen, bis die Finger bluten.
Kommt man im siebten Bouldergrad und schwerer einigermaßen zurecht, bieten die Rocklands eine Vielzahl an super Herausforderungen. Doch auch in den gemäßigteren Graden gibt es einige super Boulder. Wer nicht mindestens 6c bouldert, sollte sich allerdings genau überlegen, ob sich der Aufwand lohnt.

Je mehr Kraft, desto besser –

Tom Thudium in Black Velvet

Tom in Black Velvet

in den Rocklands dominiert die athletische Kletterei an Leisten und wem “bleauesque” Topouts ein Greuel sind, der ist in den Rocklands genau richtig! Meist ist die Oberseite der Blöcke mit pufferartigen Henkeln übersät, auch “Chickenheads” genannt, die die teilweise recht hohen Ausstiege “freundlicher” gestalten.

Tom Thudium in Timeout

Tom in Timeout

Ansonsten gibt es alles, was dem Boulderer taugt: vor allem Leisten und Sloper, meist nicht zu scharfkantig und schöne Sandsteinstrukturen wie Huecos, Chickenheads, Dächer, Schilder, Kühlschränke, Fahrstühle, Schlösser, Fußbälle, Speck…
Form und Farben der Blöcke sind exorbitant genial!
Viele Boulder sind relativ lang – zwischen 5 und bis zu 15 Züge. Also ruhig auch etwas Ausdauer aus dem deutschen Bouldertempel importieren.

Es sind auch einige Kletterrouten eingebohrt, allerdings kann man wohl zurecht behaupten, dass in den Rocklands das Bouldern eindeutig dominiert.

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Kletterführer und Topos

Vera Warmbrunn in Minkie

Vera Warmbrunn in Minkie

Topos kann man zwar auf RocklandsBoulders.com downloaden. Leider sind diese aber nicht besonders gut und auch unvollständig. Trotzdem ist die Webseite eine gute Anlaufstelle für Information.
Einen aktuellen und ausführlichen Kletterführer bringt der Südafrikaner Scott Noy Mitte 2010 heraus – jedenfalls ist das geplant! Aktuell ist Scott wohl noch auf der Suche nach finanzieller Unterstützung für sein Vorhaben.
Wollen wir hoffen, dass er dabei erfolgreich ist.

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Beste Jahreszeit und Bedingungen

Kaputte Finger

Kaputte Finger

Die beste Jahreszeit ist der (afrikanische) Frühling, bzw. in den deutschen Sommer- bis Herbstmonaten. Bouldersaison ist also in den Rocklands von Juli (allerdings zum Teil noch viel Regen) bis September (wobei es im Oktober schon wieder zu warm wird). Von August bis Mitte September gab es 2009 zehn Regentage und Tageshöchsttemperaturen zwischen 15 und 20°C, im September wurden es teilweise schon über 25°C.

Moritz Eisenlauer in Ron et Caramel

Moritz in Ron et Caramel

Auch wenn es tagsüber angenehm warm ist, wird es nachts teilweise sehr kalt! In manchen Nächten fiel die Temperatur sogar unter den Gefrierpunkt, deswegen sollte man unbedingt entsprechende Kleidung im Reisegepäck haben.
Zum Bouldern kann an heißen Tagen auf die 300 Meter höher gelegenen Sektoren am Pass ausgewichen werden, hier sind die Temperaturen oft 5°C geringer als im Tal.
Bei leichtem Wind an der “De Parkhuis Farm” und in dem beliebten Sektor “Plateau” kann man in den zu Fuß 15 Minuten entfernten und windexponierten “Dihedral Boulders”, teils stürmisches Wetter, also optimalen Grip erwarten.

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Anreise

Thilo Müller beim Zustieg in die Rocklands

Thilo beim Zustieg in die Rocklands

Vor dem Abflug sollte man unbedingt sicherstellen, dass der Pass noch mindestens 6 Monate gültig ist und eine freie Seite für das Visum vorhanden ist. Den Visumstempel gibt´s für Deutsche, Österreicher und Schweizer bei der Einreise, wenn die Rückreise belegt und das Rückreisedatum nicht später als 3 Monate ist.

Flüge von Frankfurt nach Kapstadt gibt es bereits ab 450 Euro.
(Allerdings werden die Preise für 2010 aufgrund der Fußballweltmeisterschaft vermutlich stark ansteigen! Dies gilt auch für alles andere wie Übernachtungskosten etc…)

Von Kapstadt aus empfiehlt es sich, einen Mietwagen zu nehmen. Um nach Clanwilliam zu gelangen, einfach der N7 ca. 230km nach Norden Richtung Clanwilliam folgen. Die N7 entspricht von der Straßenqualität ungefähr unseren Bundesstraßen, den Backstein für´s Gaspedal daher nicht vergessen. Von Clanwilliam aus weiter über die R364 etwa 20-30 Minuten über den “De Parkhuis Pass” bis in die Rocklands.
Bitte beachtet, dass die meisten Tankstellen keine Zahlungen mit Kredikarte akzeptieren – nur Bares ist wahres! Teilweise sind allerdings Geldautomaten an den Tankstellen verfügbar.

Das Mitbringen von Crashpads mit dem Flugzeug funktioniert normalerweise problemlos. Je nach Fluggesellschaft meist auch ohne Zuschlag für Sportgepäck. Wenn aber Gebühren fällig werden, dann empfiehlt es sich mehrere Pads zusammenzupacken zB. mit Frischhaltefolie und dann lediglich ein Paket aufzugeben. Alternativ kann man auf rocklandsboulders.com auch Crashpads mieten. Richtig günstig ist dies aber nicht.

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Mietwagen und Verkehr

Phillip Hroczek in Black Shadow

Phillip in Black Shadow

Einen Mietwagen kann und sollte man schon vorher im Internet bei verschiedenen Autovermietungen buchen und dann direkt am Flughafen in Kapstadt abholen.

Man sollte aber darauf achten, eine seriöse Autovermietung, sprich, eine der großen (z.B.: TempestCarHire.co.za) zu nehmen. Fälle von Betrug sind bereits vorgekommen – eine Liste der als seriös geltenden Autovermietungen findet sich hier.

Guntram Jörg in Paula Abdul

Gü in Paula Abdul

Für einen indischen oder südkoreanischen Kleinwagen, Marke Tata oder Hyunday, muss man ungefähr 500€ pro Monat rechnen. Erfahrungsgemäß haben darin dann bis zu vier, belastbare Boulderer samt Gepäck Platz. Allerdings gilt: Spanngurte, um die Pads aufs Dach zu schnallen, nicht vergessen!

Zum Anmieten braucht man, laut Reiseführer, noch einen Internationalen Führerschein. Vorort wird der ganz normale, deutsche Führerschein problemlos akzeptiert.

Sehr wichtig ist, unbedingt eine Vollkasko Versicherung, einschließlich Reifen und Felgen, abzuschließen. Südafrikas Straßen sind zum Teil extrem schlecht und man sollte besser möglichen Streitfällen aus dem Wege gehen.

Kaddi Lehmann in Born into struggle

Kaddi in Born into struggle

Die 30 Kilometer von Clanwillam zur “De Parkhuis Farm” wurden zur Zeit unseres Aufenthalt mit einer zwei Zentimeter dünnen Schicht asphaltiert. Möglicherweise ist diese inzwischen schon wieder in einem desolaten Zustand.

Die bei uns bisher fertigen Straßenabschnitte wiesen bereits Schlaglöcher auf, welche nach abendlichem Baraufenthalt in Clanwilliam nur bedingt umfahren werden konnten und die Tatas samt Insassen übel durchschüttelten.

Jochen Perschmann in Question of Balance

Question of Balance

Sandgruben, Schotterpisten und eine halb zusammengefallene Brücke aus Stahlbetonplatten gilt es mit den bedingt geeigneten “Offroad-Tatas” zu meistern. Bei Regen ist die Brücke häufig überflutet und kann mit dem Auto nicht mehr überquert werden. Von den Anfahrten zu manchen Sektoren ganz zu schweigen, gehen solche Offroadabenteuer extrem aufs Material. Teure Nachzahlungen sind ohne Vollkasko dann das Lehrgeld!

Bei überfahrenen Ampeln oder sonstigen Verkehrsvergehen bietet es sich an, stets 10 bis 15 ZAR im Führerschein aufzubewahren. Den (meist alleine Dienst habenden) Verkehrspolizisten kann man dann um eine “unkompliziertere” Lösung des Problems bitten…

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Unterkunft

De Parkhuis Farm – DER Campingplatz und Bungalows.

Axel in Gliding through the Waves like dolphins

Axel in GTTWLD

Ausgangspunkt zu den Sektoren “Plateau”, “Arch Valley”, “Fields of Joy” und Dihedral Boulders”. Die Gebühr (“Permit”) für das Betreten der Sektoren ist im Preis der Übernachtung bereits inbegriffen.
Warme Duschen und Toiletten sind vorhanden. Das Wasser wird aber aus dem nahe gelegenen See entnommen, deswegen sollte man besser Trinkwasser kaufen oder aus dem Bach oberhalb des Campings nehmen.
Übernachtungskosten: 4€ pro Nase und Nacht beim Campen, ein Bungalow für bis zu sechs Personen kostet 10€ pro Nacht und Person. Allerdings kann man bei längerem Aufenthalt einen Long-Term-Rabatt aushandeln.
Sogar W-Lan ist vorhanden, dieses ist allerdings sehr lahm – besser als nichts ist es aber allemal!

Weitere Unterkünfte findet ihr auch bei:

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Verpflegung, Einkaufen und Infrastruktur

Gezahlt wird in Südafrika mit “Südafrikanischen Rand”.
Der Kurs (EUR: ZAR) entspricht im Moment etwa 1: 10.5.

Scott Noy in Springbock

Scott in Springbock

Olivenöl, Essig, Oliven, Zitronen und Cumquats und viele weitere Kleinigkeiten kann man bei Farm- und Campingplatzbesitzer “Mathys Kruger” kaufen. Rotwein (Cabernet Sauvignon, Grenache, Pinotage und entsprechend Cuvees) gibt´s fünf Autominuten entfernt in der Alpha Excelsior Farm.
In Clanwilliam gibt es mehrere Supermärkte, sowie eine Metzgerei. Fleisch ist in Südafrika generell deutlich günstiger als in Deutschland und trotzdem qualitativ sehr gut. Vom Lamm und Rind, über Springbock bis hin zum Warzenschwein gibt es so gut wie alles, was fröhlich durch die Savanne hüpft(e).

Jochen Perschmann in Shozaloza

Jochen in Shozaloza

Die größte Auswahl an Lebensmitteln gibt es im “Spar”. Dieser ist allerdings auch am teuersten. Außer Fleisch enstprechen die dortigen Preise ungefähr unseren. Daher empfiehlt es sich, bei einem der anderen Supermärkte einzukaufen und nur Spezielles aus dem “Spar” zu beziehen.
Besonders günstig ist es, sich im “Agriculture Store” eine Kiste Süßkartoffeln, als Beilage zum Grillen, zu kaufen (in Scheiben schneiden, Olivenöl, Pfeffer, Salz, Knoblauch, Chili und alles mögliche dazu, in Alufolie und ab damit ins Feuer).

Und wenn man einmal keine Lust haben sollte, selbst zu kochen: Die “De Kelder Bar” in Clanwilliam (direkt neben der Tankstelle) nicht verpassen. Hier gibt es geniale Burger!

Ansonsten gibt es in Clanwilliam auch einige Banken. Zum Geldabheben ist natürlich eine EC- oder Kreditkarte nötig.

Wenn ihr nicht bei “De Parkhuis” übernachtet und trotzdem einen Internetzugang sucht, dann findet ihr in Clanwilliam einige Internetcafés. Die Leitungsqualität ist aber sehr begrenzt, erwartet deswegen nicht unbedingt 100%ige Zuverlässigkeit.

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Land und Leute

Gecko in den Rocklands

Gecko in den Rocklands

Südafrika liegt am südlichen Ende des afrikanischen Kontinents und hat ca. 50 Millionen Einwohner, davon 80% Schwarze und 10% Weiße. Die Appartheit ist in Südafrika immer noch stark spürbar, auch wenn Schwarze und Weiße miteinander arbeiten und leben wie in keinem anderen Land. Aufgrund der Arbeitslosigkeit von nahezu 50% ist die Kluft zwischen arm und reich dennoch enorm. Entsprechend stark ist demnach auch die Kriminalität. Im Normalfall bekommt man davon glücklicherweise nichts mit – im Gegenteil: Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Dies durften wir bei zahlreichen Gelegenheiten selbst miterleben.

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Permits

Florian Schiffer im Springbock

Springbock

Sowohl bei den Sektoren auf “Cape Nature Land”, als auch bei anderen Sektoren in Privatbesitz sind Tagesgebühren zu zahlen. Campiert man auf der “De Parkhuis Farm”, ist die Permit für dortige Sektoren bereits im Übernachtungspreis inbegriffen.
Am Pass befindet sich am Parkplatz ein kleines Kassenhäuschen, wo die 35ZAR/Person und Tag gezahlt werden müssen – etwa 3,50 EUR. Ein Kameramann darf übrigens immer gratis mit.

Mehr zu den Permits auch unter: RocklandsBoulders.com

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Kriminalität und Sicherheit

Mit der höchsten Kriminalitätsrate weltweit gilt es in Südafrika, natürlich besonders vorsichtig zu sein.

Gepard in den Rocklands

Gepard in den Rocklands

Kapstadt gilt zwar als relativ ruhig verglichen mit Johannisburg, dennoch ist die Lage nicht entspannt. Die Innenstadt ist videoüberwacht und es sind stets zahlreiche Sicherheitskräfte im Einsatz. In der “Longstreet” kann man zwar schon einmal richtig Party machen, allerdings sollte man dann dort auch übernachten (zum Beispiel im Backpackers) und nicht wieder durch die Stadt zurückfahren.
Die Vororte sollte man nachts meiden, die “Townships” (beschönigende Bezeichnung, eigentlich Ghettos) sind auch tagsüber tabu!

Clanwilliam selbst hat eine der niedrigsten Kriminalitätsrate des Landes.
Am Campingplatz, sowie den Bouldergebieten befindet man sich ohnehin fernab jeglicher Zivilisation und der damit verbundenden Probleme.
Im normalen Bouldereralltag wird man also von der Kriminaliät kaum etwas mitbekommen.

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Medizinisches

Jochen Perschmann in Au bord de Leau

Jochen beim Bouldern

Impfungen sind nicht unbedingt erforderlich. Es gibt aktuell keine Pflichtbestimmungen zur Einreise nach Südafrika aus Europa. Standardimpfungen (Typhus, Diphterie, Masern…) sind allerdings immer sinnvoll.

Malaria gilt in der Gegend um Clanwilliam als bedeutungslos, evtl. ist aber Standby-Medizin sinnvoll.
Die staatlichen Krankenhäuser, unter anderem das von Clanwilliam, sind materiell wie personell sehr schlecht ausgestattet!
Bei schwereren Unfällen empfielt sich, schnellstmöglich in ein privates Krankenhaus nach Kapstadt gefahren, oder per Helikopter geflogen zu werden.

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BW-Felskader Bouldertrip 2009 – von Alexander Förschler

Axel in Gegen den Wind

Axel in Gegen den Wind

Ab in den Flieger, Zürich- Dubai- Capetown, Mietwagen geordert und direkt Richtung Clanwilliam, welches sich ungefähr 240 Kilometer nördlich von Capetown befindet und Ausgangspunkt des Reiseziels, den Rocklands, ist.

Als Mietwagen bekamen wir einen “Tata Indica”, welcher zwar  für europäische Verhältnisse etwas klein und untermotorisiert auftritt, sich aber, dank der Vollkaskoversicherung und reichlich vorhandenen Dirtroads, hevorragend dazu eignet, seine Fahrkünste auf Sand- und Schotterpisten sowie Wasserlöchern zu verbessern.

Alex bei der Erstbegehung von Witness the Sickness

Alex in Witness the Sickness

Der erste Morgen am Campingplatz ist zunächst einmal wenig entspannt: Vogelgezwitscher, oder besser Geschrei, in allen nur erdenklichen Tonlagen und wesentlich lauter, als dies deutsche Spezien vermögen, erschallt – und das bereits um fünf Uhr morgens! An Ausschlafen und Erholen ist nicht zu denken. Der erste Blick aus dem Zelt stimmt uns aber sofort auf Bouldern ein: Unzählige, graue Blöcke mit gelb-roten Farben in allen nur erdenklichen Größen und Formen bedecken die hügelige Landschaft rund um den Campingplatz.

Zu den Blöcken…

Tom Thudium in No late tenders

Tom in No late tenders

An diesem ersten Tag sollte es nun in den Sektor “Sassies” gehen. Etwas kleiner und abgelegen von den übrigen Sektoren mussten wir auf der zwar nur 10 Kilometer langen, aber dennoch 20-minütigen Anfahrt zweimal unseren Tata aus dem Sand wuchten. Laut meines Freundes Tom (Thudium), der nach bereits zwei monatigem Aufenthalt schon etwas ortskundiger war, sei es allerdings durchaus lohnend. Zwar gibt es in diesem Sektor weniger, dafür aber umso bessere Linien und einige (Fred-) Nicole-Classics.

Und los geht’s…
15°C, klarer, blauer Himmel, kaum Luftfeuchtigkeit, dazu ein leichter Wind – besser geht´s fast nicht!

Alex Förschler in Maniac

Alex in Maniac

Nach kurzem Aufwärmen dann bei einem knappen 7a+/b Flash, gerade noch so den Dyno an eine rettende Leiste hingekrampft bekommen, anschließend bei einem obligatorischen Flash des 20-Zug-Daches “Petit Hueco” (7b), die letzten Ausdauerreserven eingesetzt, lief es zunächst ganz gut. Fünf Meter recht davon versuchten sich Phillip (Hroczek) und Jochen (Perschmann) unter lautem Fluchen und beide von der Schweinegrippe geschwächt, an “Panama” (8a+). Drei Züge an abstoßend, kleinen, scharfen Leisten führen hier durch ein 45° steiles Schild zum Top. Normalerweise mache ich um so scharfe Griffe am ersten Bouldertag einen taktischen Bogen! Aufgrund schon vorhandener Beta und ansonsten minimalem Aufwand, musste ich mich dann doch noch daran probieren und nach 20 Minuten und drei

Jochen Perschmann in Oral Office

Jochen in Oral Office

Versuchen später stand ich auf einmal auf dem Top. … Heute scheint es wirklich zu laufen! Eine Stunde später ging es weiter mit “Paula Abdul” (7c+), steil, Leisten, fünf Knüppelzüge. Toms Beta verlangte einen “Flashgo”, also alles nochmal eine halbe Stunde genau inspizieren, warten auf kalte Fingerkuppen, ticken aller Trittmöglichkeiten, nochmal tief durchatmen, konzentrieren und dann alles geben: Verdammt knapp dann den Ausstiegsgriff erreicht, war der erste 7c+ flash in der Tasche. Besonders genial vor allem deshalb, da ein gewisses tschechisches Wunderkind sich diesen Boulder als 8a in drei Versuchen

Axel in No late tenders

Axel in No late tenders

eingetragen hat (hehe :-) ). Noch mal eine Stunde warten und die Sonne verlässt den genialen Boulder Pinotage” (7c+). Noch mehr Leisten, etwas länger, und fünf Meter hoch, dazu genaue Beta von Tom und den anderen, die sich an diesem Tag (in der Sonne – verrücktes Volk!) daran versucht haben: “Flashgo”! Übertrieben gnadenlos alle Leisten zugeschraubt und keinen Fehler im Durchstieg gemacht, war auch dieser Flash sicher.
Im Nicole-Classic “Shozaloza” (8a+) abends war dann die Luft raus und es ging nichts mehr (irgendwann muss ja auch mal Schluss sein). Der perfekte, erste Bouldertag war dennoch sicher und der Sektor “Sassies” an einem Tag fast vollständig zerlegt worden – ein guter Start in unseren Rocklands-Trip.

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Boulderempfehlungen

6c / 7a

  • “Down with Words” – Genialer Torbogen
  • “Creaking Heights”
  • “Roof on Fire” – Torbogen mit tollen Farben
  • “Springbock”

7b/7b+

  • “Dirty Lies” – Perfekte Griffstrukturen durch rotes Dach
  • “Minkie”
  • “Mainiac”
  • “The Rhino” – Der perfekte Bug

7c / 7c+

  • “Ceder Spine”
  • “Pinotage”
  • “Caroline” – Baumrindeartige Felsstruktur
  • “no late tenders”

8a / 8a+

  • “Gliding through the Waves like Dolphins” – gleicht Bildhauerei
  • “Witness the Fitness” – knallorangener, reibungsloser Kühlschrank, Alex bislang schwerste Erstbegehung
  • “The Amphitheatre”
  • “Shozalosa” – Nicole-Classic, drei züge durch genialen Überhang

8b / 8b+

  • “The Ray of Light” – schönster Boulder überhaupt, Rechnung noch offen
  • “El Corasonne”
  • “Sky” – puristisches drei Zug Problem
  • “Amandla” – das perfekteste Leistenschild überhaupt!

8c / 8c+

  • “Living Large” – gigantische, grifflose, acht meter hohe Kante

Vielen Dank an Axel und Jochen Perschman für die schönen Fotos und besonderen Dank auch an Alexander Förschler, der mich mit detaillierten First-Hand-Infos versorgte!

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Videos

Blockwerk Orange
Vimeo - Blockwerk Orange
Axel Perschmann
Vimeo - Axel Perschmann
Emi Moosburger
Vimeo - Emi Moosburger
Part 1 bis Part 6 gibts bei vimeo
Vimeo - Part 1 bis Part 6 gibts bei vimeo
Viele Boulder dieses Artikels
Vimeo - Viele Boulder dieses Artikels

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Weiterführende Links

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11 Antworten zu “Bouldern in den Rocklands, Südafrika”

  1. Marco sagt:

    Super Bericht, wann geht´s los!? ;-)

  2. Hi Marco,

    wie siehts aus mit morgen :)
    Beim Bearbeiten des Artikels ist mir mal wieder bewußt geworden, wie popelig die Blöcke hier in der Gegend doch sind…

    ICH MUSS DA HIN!!!

  3. So, endlich funktionieren auch die Videos!
    Irgendwie hat da was gestört – vielleicht kann man nicht mehr als N Videos in einen Artikel einfügen. Jetzt habe ich die Anzahl reduziert und alles geht wieder.

    Viel Spaß bei den Videos über das Bouldern in den Rocklands!

    Gruß, Marc

  4. fred w. bootz sagt:

    Ein sehr guter Bericht! Mit den Infos kann man wenigstens was anfangen. Das “Kaputte Finger” Foto unterstützt perfekt.

  5. Alex sagt:

    @fred: Dake für die gute Wertung! Die Finger waren allerdings Opfer einer ausgiebigen Geschirrspülaktion!

  6. Alex sagt:

    Und hier nochmal drei geniale Videos zum bouldern in den Rocklands, weil es wohl nicht geklappt hat alles zu verlinken:

    Team Japan hat gut aberäumt letzten Sommer, für mich das beste Rocklandsvideo mit sehr viel Action! “Unknown Kante” heißt übrigens “Wittness the Sickness” und wurde von mir zwei Wochen vorher erstbegangen…
    http://www.youtube.com/watch?v=zcBfzGe_8j4

    Nalle Hukkataival bouldert in den Rocklands
    http://www.youtube.com/watch?v=5f1Hc1UArx0

    und Chuck Fryberger beim abräumen
    http://www.youtube.com/watch?v=jIi5oNFv12k

    Viel Spaß!

  7. Marco sagt:

    Jepp das sind sie :-)
    Vielleicht lassen sich ja dieses Jahr paar Leute zusammen trommel.

    ICH MUSS AUCH HIN!!!

  8. ese sagt:

    Hier gäbe es noch einen weiteren Reisebericht von der Felskader-Crew: http://kletterszene.com/news/der-felskader-in-den-rocklands/

  9. Axel sagt:

    Die gezeigten Hände waren eher Opfer meiner letzten vier vollgas Tage und dann einer dreiminutigen Duschaktion :-P

  10. derChristian sagt:

    Ganz große Klasse! Vielen Dank für den ausführlichen Artikel!

    Noch ein kurzer Nachtrag zum Thema Kriminalität in Kapstadt. Wie angesprochen ist die Longstreet ein relativ sicheres Fleckchen. Man sollte allerdings auch dort in der Nebensaison nicht unbedingt allein rumlaufen. So bin ich 2008 mal meine Schuhe losgeworden… ;0) Und die beste Boulderzeit liegt ja in der Nebensaison.

    In den Zedernbergen mit den Dörfern wie Clanwilliam, Cidrusdal etc. ist es aber zu jeder Tages- und Nachtzeit sicher.

  11. [...] Puhh ich dachte ja immer wenn meine Finger mal durch sind dann sind die durch aber schaut euch mal das hier an was ich auf rokblog.de gefunden habe zu Bouldern in den Rocklands, Südafrika. [...]

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