Video:CORE Review und Erstaufführung im Blockwerk
24. April 2010 in Infos, Tests und Tipps, Videos | 7 Kommentare | 50642 Leser
Das filmische Highlight der Kletter- und Boulderszene heißt 2010 ganz eindeutig CORE von Chuck Fryberger. Der Nachfolger zu PURE verspricht bereits im Trailer nasse Finger und zapplige Beine. Seit kurzem ist der Boulder- und Kletterfilm auf dem US-Markt in der BlueRay-Version verfügbar, in Europa gibt es CORE erst ab dem 1. Mai im HD-Download und auch als DVD zu kaufen. Für diejenigen unter euch, die keinen Beamer oder Giganto-Plasmascreen haben und CORE in angemessener Atmosphäre sehen möchten, findet bereits am Freitagabend, den 30. April, im Blockwerk ab 22 Uhr die einzige öffentliche Vorführung in Deutschland statt. Für EUR 5,- gibt´s CORE auf der fetten Leinwand zusammen mit Cody Roth, der den Abend moderieren wird. RokBlog hat den Film schon jetzt für euch ausgecheckt und weiß, was euch erwartet…
Quicklinks
Info
Es ist etwas über ein Jahr her, als Chuck Fryberger erstmals aus der Reihe der Filmemacher hervortrat und sein Erstlingswerk PURE den Schatten über die meisten anderen Boulderfilme warf. Neue Farben, flüssigere Schnitte, Stop-Motion, fresher Sound und natürlich ordentliches Klatschen und Hacken – auch bei CORE bleibt Chuck seinem Stil treu und fängt die Action besser als die Realität ein. Mit von der Partie sind bei CORE die üblichen Verdächtigen: Nalle Hukkataival, Kevin Jorgeson, Fred Nicole, Kilian Fischhuber, Jamie Emerson, Matt Wilder, BJ Tilden, Lucas Preti, Cody Roth, Michele Caminati und viele mehr – auch Chuck himself.
Vorpremiere im Blockwerk, Mainz
Cody Roth,
Protagonist, Moderator, DJ und vor allem aber auch Boulderer wird am 30. April 2010 ab 22 Uhr CORE zum ersten Mal in Deutschland öffentlich aufführen. Die Vorpremiere findet im Blockwerk, dem mitteildeutschen Plastik-Tempel in Mainz statt. Für 5,- EUR gibt´s CORE auf der großen Leinwand bereits am Abend vor dem weltweiten Releasedate der DVD zu sehen. Solltet ihr nicht verpassen! Übrigens: Die Grillsaison ist eröffnet und es steht ein Grill für euch bereit.
Inhalt & Kapitel
Wie auch PURE ist CORE unterteilt in mehrere Kapitel, die durch Zwischensequenzen eingeleitet werden. Direkt zu Anfang glaubt man sich zunächst im falschen Film: Ein Junge im verlassenen Lagerhaus bedient einen “Greifer” und angelt ein merkwürdiges Herz aus dem Spielzeugberg. Wer den Trailer sieht, kann auch das Herz zuordnen. Diese Art der Storyline zieht sich auch durch den gesamten Film. “Der Greifer” angelt Objekte, die auch immer Bestandteile der anschließenden Kapitel werden – OHNE ROBOTERSTIMME (dürfte einige freuen).
Das Bouldermekka Rocklands steht auch im neuen Streifen wieder an dominanter, erster Position – mir gefällt das! An den rot-orangenen Felsfarben kann ich mich nicht sattsehen und erwische mich bereits bei den ersten Einstellungen dabei, innerlich einen Flug zu buchen (dieses Jahr würde zwar super passen, aber leider findet ja die Fußball WM statt, weswegen sich die Flugpreise eher unfreundlich entwickeln). Besonders Kevin Jorgeson fällt hier mit seinen scary Highballs auf, Steph Marvez ist hingegen auf der Suche nach “Lowballs with high numbers”!
Nächster Drehort ist Wyoming – BJ “Mono” Tilden war mir bisher kein so geläufiger Name der Kletterszene, aber wie das auch hierzulande so oft der Fall ist, sind häufig die stillen, zurückhaltenden Jungs diejenigen, die ihre Finger und Schmerzen am härtesten prüfen. In “Genetic Drifter” und “Heart full of ghosts” testet er seine Bänder und Sehnen extrem – unweigerlich fange ich an, meine Finger zu kneten… Fingerlöcher finden sich jedenfalls nicht nur im Krankenjura!
In Finnland gibt es keine Berge, die Winter sind eisig, der Sommer heiß und im Herbst regnet es viel – so Nalles Beschreibung der finnischen Klettermöglichkeiten. Dass er doch den einen oder anderen Quacken findet, den Chuck gekonnt in Szene zu setzen weiß, dürfte aber jedem klar sein. Bei seiner Begehung von “Hypergravity” geht wohl jedem Sponsor das Herz auf – Productplacement vom Feinsten: Black Diamond, La Sportiva und inzwischen wohl auch Red Bull unterstützen den trotzdem voll sympathischen Finnen bei seiner Passion. Übrigens Robovoice is back – ich will auch so ein Zugangssystem in den Plastik-Tempel! “Welcome to Boulderkeskus Mr. Hukkataival. I hope
you enjoy your trainingsession!”
Die nächste Location ist das bekannte Bouldergebiet Hueco Tanks in Texas. Matt Wilder wurde bei der Erstbegehung seines Projekts “Bandersnatch” begleitet. Er ist Guide im Hueco Tanks Park.
Neu auf der Karte der Bouldergebiete taucht Sassofortino in Italien auf. Lucas Preti und Michele Caminati (sein Vimeo-Account) sind keine Unbekannten und anscheinend hat sich einiges im Klettersport verändert: Fuhr man früher noch in abgewrackten
Rostlauben in die Bouldergebiete und zu Wettkämpfen, steht heute der gelbe Ferrari vor der Modern Art Villa. Fast HipHop-Video-Like wird geprollt und geposed – trotzdem nicht übel! Ganz im Gegenteil: Ist doch schön zu sehen, dass man als Spitzensportler vereinzelt sogar vom Klettern leben kann und nicht zwangsläufig auf Lederbälle eintreten muss, um Millionen zu “verdienen”!
Zurück in den USA zeigt Chuck Matt Wilder am scharfen Ende des Seils bei der Begehung von “Cheating Reality”. Die wirklich üble Tradroute lässt nicht die Stärksten, dafür aber die Cleversten gewähren – vielleicht sollten wir uns öfter dem Zauberwürfel als dem Campusboard widmen?
Quatsch! Ohne “Bums im Ärmel” geht nichts und das sieht man auch im nächsten Kapitel wieder in den Rocklands. Kilian und Nalle werden bei ihren Erstbegehungen gefilmt. Nalles Highlight der letzten Jahre ist sicherlich die Erstbegehung von “Livin’ Large” – “I don’t see it getting much better” aus seinem Munde will etwas heißen!
Im letzten Kapitel begleitet Chuck die Boulderlegende Fred “Forearm” Nicole bei der Erstbegehung seiner bisher schwersten Kletterei. Über “L’isola che non c’e” in Amden, Schweiz, wurde zeitweilig etwas kontrovers diskutiert: Route, Boulder – was soll´s?! Letztendlich ist doch das Schöne am Klettern, dass jeder seine Nischen finden kann und das, ohne sich rechtfertigen zu müssen!
Bild & Ton
Chuck Fryberger bleibt mit CORE seinem Stil treu: Psycho-Farben, tolle Settings, fette Kamerafahrten und ein sehr gutes Auge für die besten Blickwinkel. Aufgenommen in 35mm Weitwinkel-Optik ist der ganze Film eine Aneinanderreihung von First-Class Fotos.
Der rappig, groovige Soundtrack ist seit dem Erscheinen als Download mein ständiger Begleiter im Auto auf der Fahrt in die lokalen Bouldergebiete – sehr fett!
Qualitativ sind die Aufnahmen absolut makellos – bereits der Download sieht spitzenmäßig aus und der Sound kommt erstklassig aus der Anlage.
Fazit
CORE ist ein sehr würdiger Nachfolger von PURE, der wieder voll überzeugt und in keiner Sammlung fehlen darf! Actionreich und anheizend ist CORE nicht nur filmerisch klasse umgesetzt, auch von der Stimmung und Machart erkennt man direkt bei den ersten Einstellungen, dass hier Chuck ganze Arbeit geleistet hat – sehr gut!
CORE ist das Highlight der Kletterfilme 2010 und die Action ist absolut “Larger than Life!”
Trailer
Damit ihr nicht allzulange auf den Filmstart warten müsst, gibt´s hier den offiziellen Trailer zum Film:

Vimeo CORE - official Trailer
Links
- Chuck Frybergers CORE Webseite
- Deutsche Erstaufführung von CORE im Blockwerk, Mainz
- Film und Soundtrack downloaden bei Bouldering.com
- Weitere Kletterfilme bestellen bei InsideXtreme.com













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Erstlingswerk PURE? Hat er nicht zumindest schon “Specimen” verzapft?
Servus Marc!
Da Du den Film schon gesehen hast: Wie sehr schiebt sich die Videoclip-Seite in den Vordergrund? Wilde Kamerafahrten, Stop-Motion, veränderte Farben etc. sind zwar cool, lassen bei manchen Filmen allerdings das Bouldern an sich und die Stimmung dabei in den Hintergrund rücken, so dass man hinterher denkt: “Saugeiler Film!”, ihn allerdings nicht mehrmals anschauen würde und vom Klettern/Bouldern auch nicht so viel mitbekommen hat.
Kannst Du dazu was sagen?
Viele Grüße,
David
Nettes Review. Jetzt warte ich noch gespannter auf den 1. Mai. Das Blockwerk ist mir leider etwas zu weit weg. Vielleicht findest du folgendes Interview mit Chuck ganz interessant: http://pumpfactoryroad.com/index.php?option=com_wrapper&view=wrapper&Itemid=5
Da schreibt er u.a., dass diese Sache mit dem Ferrari nicht ernst gemeint ist, sondern eher als Art Satire oder Persiflage verstanden werden will.
SEHEN WILLLLLLLLLL !
@Nico:Kommste vorbei? Wird bestimmt n schöner Abend!
@Daniel:Sehr feines Interview. Dann haben die in den MTV-Videos auch nicht immer die Villen voll mit vollbusigen Bikini-Mädels? Schei**-Realität – die Welt ist sooo unfair!
@Robert: Hast völlig recht, Specimen kam sogar schon 2006 raus, war hierzulande aber so unbekannt, dass ich es glatt unterschlagen habe – sorry.
@David:Fandest du denn bei PURE, dass das Bouldern im Hintergrund stand? Mir ging es gar nicht so – im Gegenteil! Letztendlich ist es natürlich Geschmackssache und wohl die wenigsten Kletterer wünschen sich einen Film mit Computerspielcharakter, oder eine reine Dokumentation. CORE ist von der Machart ähnlich wie PURE und wenn dir da die Action nicht zu kurz kam, dann wirst du bestimmt auch beim neuen Film auf deine Kosten kommen. Für meinen Geschmack ne sehr gelungene Mischung. Die Kamerafahrten werden ja meistens genutzt um Landschaft und Setting einzufangen um dann in die Action einzutauchen. Enger dran sollen die Bewegungen und der “Flow” durch die Stop-Motion unterstützt werden – ich empfinde das nicht als Ablenkung, sondern eher als Verstärker – jedenfalls, wenn es so gemacht ist wie in PURE. Wie oft ich Pure, Progression, Dosage V gesehen habe, weiß ich nicht, aber wenn ich die Songs höre, habe ich automatisch die Bilder und Szenen im Kopf und will randalieren. Bestimmt ein Zeichen für das Endstadium der Klettersucht einerseits, andererseits hat dann im Film aber auch alles gepasst: Stimmung, Action, Song, usw. Was bzw. welcher Boulder da dann geklettert wurde und wie schwer der womöglich ist, weiß ich praktisch nie. Die Menge dieser Momente macht für mich letztendlich einen guten Boulderfilm aus und von denen hats in Core viele
Schöne Grüße an euch,
Marc
Kein Problem Marc, hatte gestern irgendwie nur den Drang zum Gluckscheißen…;)
Es ist trotzdem ne gute Einstimmung auf den Film und macht Lust auf mehr von Herrn Fryberger.
Wünsch nen schönen Sonntag
[...] Zu Chuck Frybergers neuem Film CORE gibts inzwischen die ersten Reviews: Peter Beal von mountainsandwater.com, ClimbingNarc, Jens von 8a.nu, Marc von Rokblog.de [...]