Bouldertrip durch die Alpen

01. September 2009 in RokBlog  |  8 Kommentare  |  31386 Leser
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Heer Zimmerli

Heer Zimmerli

Seit kurzem sind wir wieder von unserem Bouldertrip quer durch die Alpen zurück. Anfangs hatten wir zwar ein paar mehr Stationen geplant, aber wie Urlaube nun mal sind, kommt erstens alles anders und zweitens als man denkt. San Gottardo, Sustenpass, Zillertal und die Silvretta. Besonders das chillige Zillertal mit seinen unendlichen Blöcken wollten wir nicht mehr loslassen und blieben deswegen deutlich länger als zunächst vorgesehen. Ich war das erste Mal im Zillertal und bin echt überwältigt von dem Angebot an Blöcken und Bouldern. Auch wenn das Wetter uns teilweise im Stich ließ, haben wir viel erlebt, viele nette Leute kennengelernt und natürlich auch ein paar schöne Boulder im Gepäck für die Heimreise…

Quicklinks

Bouldern am Gottardo und am Sustenpass

Trieste Gottardo

Trieste Gottardo

Trieste Gottardo

Trieste Gottardo

Bei unserem letzten Kurztrip an den Gottardo hatte ich noch viele Linien in sehr guter Erinnerung und wollte diese gerne auschecken, deswegen steuerten wir als erstes Ziel wieder die Blöcke am Touripass an. Keine Ahnung, was da los war, aber ich bekam mächtig auf die Backen: Längenzug hier, Schwäche da, Schmerz dort – das einzige, was lief, waren die Tränen! Naja, ganz so schlimm war´s nicht, der

Gottardobouldern

Gottardobouldern

Heer Zimmerli

Heer Zimmerli

Sektor Suworow und der markante Bachblock waren auf jeden Fall ein Highlight und auch “Heer Zimmerli” sind Boulder der Extraklasse, aber meine Versuche an “Dark Side of the Moon” hingegen waren eher jämmerlicher Art. An einem Ruhetag fuhren wir die knappen 30 Minuten zum Sustenpass, einfach mal um uns zu orientieren. Hier liegen wesentlich mehr Blöcke in Fußentfernung als am Gottardo. Die Blöcke sind teilweise sehr hoch und das Gestein ist durch seinen hohen Eisengehalt orange und recht glatt. Die Tourismusmassen, die sich auf den Trampelpfaden zwischen den Blöcken tummelten, und die brennende Hitze schreckten uns aber etwas ab uns wir schonten unsere Haut für die Linien am San Gottardo. An sich ist das Bouldergebiet am Sustenpass aber traumhaft schön: Freistehende Blöcke, Bergpanorama, Bach, Wiese, usw. – vielleicht das nächste Mal. Alle Bilder vom Bouldern am Gotthardpass stammen übrigens vom Fotografen Georg Lenz, der nicht nur den regelmäßigen Lesern des RokBlogs bestimmt bekannt ist.

Bouldern im Zillertal

Hotel California

Hotel California

Moonwalk

Moonwalk

Nachdem dann der Regen kam, wurden wir auch vom Bouldergebiet San Gottardo wieder vertrieben und machten uns zusammen mit Klaus und Gregor auf den Weg ins Zillertal. Georg und Judith fuhren rüber ins Tessin, um ihre geplanten Touren zu gehen. Die Bilder vom RocTrip 2008 und das Hörensagen hatten mich schon sehr heiß gemacht, im Zillertal Neuland für mich zu erkunden. Wir kamen im Zillertal an und – es schüttete wie aus Kübeln.

Verschneidungsboulder

Verschneidungs-boulder

Das Auge des Waldes

Das Auge des Waldes

Die ersten Tage ging also mehr oder weniger kaum etwas, wir hatten aber zumindest genug Gelegenheit, uns zu orientieren und einen Teil der vielen Sektoren zu erkunden. Feinster Granit in zig Varianten, schattiger Wald, sonnige Alm, bouldern am Bach – das Zillertal ist echt paradiesisch und bietet grandiose Möglichkeiten für jeden Geschmack. Darüber hinaus ist die Infrastruktur sehr gut, Einkaufen, Schwimmen/Duschen, Kino, usw. Auch an Ruhetagen muss einem nicht langweilig werden. Im Sundergrund und an seinen freistehenden Blöcken fanden wir dann Möglichkeiten, trotz des Regens zuvor etwas zu bouldern. Mir gelangen “Moonwalk” und “Hotel California” im Flash, Klaus checkte ebenfalls noch im Hotel ein und Mia war in “Lay down Sally” erfolgreich. Nachdem der Regen etwas nachließ, fanden wir dann

Angst im Nacken

Angst im Nacken

Hueco

Hueco

auch im Zillergrund Wald trockene Boulder: “Bocksprung”, “Schönheitsregen”, “Eckkonflikt”, “Pac Man”,… die Liste ist lang, unser Durst war groß! Gregors und Klaus´ Urlaub ging zu Ende und das schlechte Wetter sollte zurück kommen. Mia und ich glaubten entgegen der Vorhersage aber noch an besseres Wetter und harrten aus. Tatsächlich blieb es auch ganz gut! Ein Tag ohne Niederschlag und die Waldgebiete trocknen nahezu völlig ab. Im Breitlahner Wald, der etwas offener ist als der Zillergrund, trocknen die Boulder bereits in wenigen Stunden wieder ab. Mia gelang mit “Das Auge des Waldes”, ein echter Traumboulder und ich fürchtete mich “Angst im Nacken – SD” und “Pies de Gatto” hoch. Am ersten Tag im Sundergrund lernten wir bereits Philipp aus München

Pilz

Pilz

Reingewürgt

Reingewürgt

kennen, der auch am nächsten Wochenende zusammen mit Benni wieder da war. Zusammen zog es uns in den Wald von Ginzling. Auch wenn der Fels hier schon etwas abgegriffen ist, sind die Boulder immer noch top. Philipp und ich machten uns am Philadelphia-Block zu schaffen und flashten beide die überbewertete und namenlose Nr.3. Vielleicht machten wir ja

Reingewürgt

Reingewürgt

auch etwas falsch, einige der Boulder am Block sind “Eliminates”, also Definitionen? Wenn schon definiert, dann richtig – uns fiel die “unechte” Linie sofort auf und wir versuchten uns an den Zügen. Nach ner knappen halben Stunde stand die Beta – noch ne halbe Stunde später und ich konnte “Reingewürgt” erstbegehen. Der Name kommt nicht von ungefähr – so voll ist der Block bereits mit Bouldern und Chalk und wir sind nicht mal sicher, ob es überhaupt ne Erstbegehung war, dennoch hatten wir unseren Spaß und ne echte Linie ist es allemal! Mia punktete dann noch “Komische Kogna”. Nachdem auch Philipp wieder heimfuhr, beschlossen Mia und ich, weiter in die Silvretta zu ziehen.

UPDATE: Da ich so begeistert vom Bouldergebiet Zillertal bin, habe ich eine ausführliche Vorstellung der Bouldermöglichkeiten im Zillertal veröffentlicht.

Bouldern in der Silvretta

Wetterwechsel am San Gottardo

Wetterwechsel am San Gottardo

Ich war bereits schon ziemlich genau vor einem Jahr an den Blöcken der Wintersportregion Galtür/Ischgl und wollte damals schon “Niviuk” bouldern. Hier hat sich einiges verändert: Am Parkplatz lädt einen bereits ein Schild dazu ein für 40,- EUR eine Saisonkarte der Ballaunspitzbahn zu kaufen und im Gebiet hängen Warnschilder, da aktuell Sprengarbeiten für einen Ziehweg für die Wintersaison stattfinden. Der Memento – ähh Mentor des Gebiets, Bernd Zangerl ist aktuell an Verhandlungen mit der Gemeinde und des Dorfs für uns Boulderer dran – vielen DANK! Boulderblöcke werden jedenfalls keine gesprengt! Bereits am ersten Tag zogen wir an den unteren Sektor mit “Niviuk”, versuchten aber erst mal die eindrucksvolle, hohe Kante “Too young to die” direkt neben Niviuk. Dann machte ich mich an das Entschlüsseln der Züge. Die eigentliche Crux, der Kreuzer war kein Problem, aber beim Lösen des Hooks danach tropfte ich bestimmt 20 Mal ab, dann erst hatte ich endlich eine Lösung. Inzwischen grub sich der Dorn am Griff immer weiter in meinen linken Daumen und Mia stürzte auch noch aus etwa 5 Metern Höhe aus “Too young to die”. Immerhin traf sie das

Gottardobouldern

Gottardobouldern

Pad, aber beide Waden und Schienenbeine waren lädiert. Humpelnd versuchte sie mich noch zu
spotten, aber mein Daumen tat einfach zu weh, als dass ich den Dorn festhalten konnte, außerdem war mein Kopf natürlich nicht mehr frei – keine Chance! Heimfahren zum Doc, oder warten und am nächsten Tag noch versuchen, Niviuk mitzunehmen? Zäh wie Mia aber ist, blieben wir noch eine Nacht und sie begleitete mich tapfer hoch zum Projekt. Bereits in der Nacht hatte ich Angst vor dem Kreuzer – zurecht. Apropos Kreuzer – auf dem Weg zum Boulder begegnete uns mitten auf dem Weg eine ca. 60cm lange Schlange – nach etwas Recherche entpuppt sich diese im

Das Auge des Waldes

Das Auge des Waldes

Verschneidungs-Boulder

Verschneidungs-Boulder

Nachhinein als Kreuzotter – wenn das kein Zeichen war!? Völlig unmöglich fühlte sich der Kreuzzug dann auch an – wie konnte ich den Zug am Vortag nur so einfach und oft bringen?!? Null Bewegungsgefühl, der Druckschmerz im Daumen war wieder voll da und ich fühlte mich schrecklich schwach. Nach einer langen, zähen Stunde gab ich frustriert auf und wir suchten uns ein schönes Plätzchen, um die Landschaft und die Sonne zu genießen. Mias Beine fühlten sich immer noch sehr schlecht an, mein Ego war zerstört und der Moment war günstig. Geschunden und geprügelt traten wir dann vor dem üblichen Ferienverkehr die Heimreise an.
Auch wenn der krönende Abschluss mit Niviuk ausblieb und Mia heute noch Beinschmerzen hat, war der Urlaub super und schlimme Verletzungen waren auch keine dabei! Das absolute Highlight war definitiv das Zillertal und die gigantischen Bouldermöglichkeiten dort. Bisher war ich ja strenger Befürworter des Tessins bzw. der Schweiz, aber im Zillertal werde ich bestimmt noch seeeeeehr oft auftauchen – außerdem gibt´s da Kaiserschmarrn. :)

Videos

Christian Bindhammer und Angy Eiter beim Bouldern in der Silvretta
YouTube Christian Bindhammer und Angy Eiter beim Bouldern in der Silvretta

Guntram Joerg in der Silvretta
YouTube Guntram Joerg in der Silvretta

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8 Antworten zu “Bouldertrip durch die Alpen”

  1. tanja sagt:

    hallo marc
    das hört sich ja echt gut an. Und jetzt weiß ich auch dass es sich lohnt mal ins zillertal zu fahren :-)
    ich war ne woche aufm gotthard und das war echt super!
    lg tanja

  2. Marcus sagt:

    Herrlich!

    wundert mich nicht das ihr im Zillertal versumpf seid. Is echt super dort. Ginzling Wald ist allgemein sehr überbewertet. Sehr schön! Gratz zum Klassiker Moonwalk ^^
    Ich hab in kürze die Klettergebiete online, die ich im Juli und April abgeklappert hab. ergänzt sich ja dann ;)

  3. Marcus sagt:

    ui ich seh grad die edelrid pads, taugen se was?

  4. @Marcus:
    Da ergänzen wir uns bestimmt- ich habe das Gleiche angefangen, muss aber noch die Fotos aufbereiten.Vielleicht haben wir ja sogar unterschiedliche Sektoren ;)

    Edelrid Pad ist prima, Test folgt in Kürze. Habe momentan alle Hände voll zu tun und komme eigentlich erst abends zum schreiben – Tagsüber Boulderschrauben, dann Bouldertunen, dann schreiben und quasi nebenbei nen Umzug managen *sigh*

    @Tanja:
    Wie fandste es denn am Gottardo und was haste geklettert? Ist halt etwas schade, dass die Sektoren so auseinander gezogen sind und man wie in der Fränkischen immer hin und her fährt zwischen Boulder von Person A und Boulder von Person B. Gibt aber schon seeehr geile Linien dort!

    Viele Grüße,

    Marc

  5. tanja sagt:

    also ich war erstmal geflasht von der landschaft und wir hatten ja noch keine richtigen projekte. haben sehr viel im 6a und 6b bereich gemacht. ich hab die lancia del nano gemacht..sehr geiler sprung:-) und wie ich finde für kleine menschen einfacher. und dann hab ich meinen traumboulder entdeckt: ecstasy sone geile linie…aber der zug an die kante is für mich nbisschen zu weit :-(
    lg tanja

  6. [...] dazu. Nachdem ich aber bei Marc vom Rokblog gelesen hatte was er für einen riesen Spaß in den Alpen und im Zillertal, hatte, fuchst es mich doch das wir nicht dort waren. Aber lest selbst… DIA am [...]

  7. Philipp sagt:

    Die Tage im Zillertal waren zweifelloß superschön. Hat mich wirklich gefreut euch kennen zu lernen!

  8. nils sagt:

    ECSTASY es gibt keinen geileren Boulder am Gotthardt absoluter Hammer der perfekte Boulder
    aber cool das andere auch dieselbe Idee hatten nur zeitversetzt haben das gleiche zwei wochen vor euch gemacht zillertal kannten wir schon aber gotthardt ist jetzt meine neue liebe

    hach bin ich verliebt

    nils

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