Bouldern am Riesenstein, Heidelberg
01. August 2009 in RokBlog | 5 Kommentare | 27878 LeserSpontan haben wir uns am Donnerstag dazu entschlossen, die Boulder am Riesenstein in Heidelberg zu besuchen. Laut dem Topo “Odenwald en bloc“ ist der Riesenstein das Mekka für schwerere Boulder im Odenwälder Sandstein und da wir bisher nahezu alle Granit-Bouldergebiete kennen, wollten wir mal etwas Neues kennenlernen. Der Riesenstein wurde schon vor drei Jahrzehnten von Reinhard Karl und Richard Mühe zum Bouldern entdeckt und vor allem Richard Mühe gelangen damals schon viele, schwere Boulder. 2002 krönte dann Pascal Schouwink die zwei Felsblöcke zum Spot mit dem schwersten Boulder des Odenwaldes. “Mensch und Maschine“, fb8b+ stellt seitdem das absolute Highlight der hiesigen Boulder dar. Die Boulder am Riesenstein sind größtenteils sehr definiert und es erfordert schon einiges an Kenntnis – noch besser eines Lokals -, um bei all den Definitionen den Überblick zu behalten…
Info
Bei der Abfahrt gegen Mittag hofften wir eigentlich darauf, die knapp 100 km Anreise von Mainz aus relativ zügig zu schaffen, wurden dann aber auf der A5 zäh gestoppt – Ferienstau. Viel zu viel später kamen wir dann endlich in Heidelberg an und fuhren aus der Stadtmitte in knapp 10 Minuten an die zwei Felsriegel im Wald. Der sehr kurze, entspannte Zustieg und die große Griffdichte macht den Riesenstein für die Lokals quasi zu dem lokalen Trainingszentrum. Obwohl es recht heiß war, wehte ein guter Wind und die Bedingungen an den schattigen aber freistehenden Blöcken hätten durchaus schlechter sein können.
An den Blöcken trafen wir glücklicherweise Markus, der uns sehr genau erklären konnte, was wie wo zu bouldern geht, da wir etwas überfordert mit dem Topo in der Hand rätselten, wo denn die eigentlichen Linien sind.
Apropos Linien, auch wenn fast alle Boulder am Riesenstein irgendwie definiert sind, gibt es sie trotzdem – die paar wenigen sind auch richtig gut und lohnen einen Besuch allemal!
Sandsteintypisch wird an Leisten, Letten und Slopern gebouldert. Ein paar wenige Löcher sind eigentlich eher Zweifinger-Leisten als echte Löcher, dafür aber auch sehr gemein! Die Boulder sind sehr athletisch und erfordern nicht nur Fingerkraft, sondern auch ordentliche Körperspannung!
So richtig los geht es eigentlich erst ab fb7a, dafür gibts dann aber bis zu Schwierigkeitsgrad fb8b/8b+ reichlich zu bouldern!
Gregor, Stefan, Stefan und ich machten uns erst an ein paar Bouldern warm und machten uns dann an ein paar schwereren Bouldern zu schaffen. So richtig gut wollte es eigentlich nicht laufen, aber wir hatten auf jeden Fall ordentlich Spaß und hatten zumindest ein intensives Training. Während Gregor und ich uns im “Philosophenweg“ beschäftigten, waren Stefan & Stefan1 an der “direkten Südostkante“ zugange. Der Philosophenweg folgt der rechten Dachkante bis zur Stirnseite und steigt dann aus. Standstart, keine Definitionen und schöne, diffizile Züge – sehr schön. Nach etwas Rumprobieren gelang mir dann der Durchstieg. Abgesehen von dem “Dach“, dem einfachsten Weg direkt durch das Dach, war´s das aber auch schon fast als “Ergebnis“. Völlig sinnlos zerstörten wir uns dann noch an der “Gorillahangel“. Ich versuchte die gesamte Traverse sozusagen “footloose” komplett zu Hangeln, scheiterte dann aber an dem allerletzten Zug an die obere Blockkante. Zumindest ist uns jetzt klar, woher die Heidelberger ihre teuflische Kraft haben. Ich spüre heute noch einen ordentlichen Muskelkater quasi im ganzen Körper. Die “Gorillahangel“ hat eindeutige Spuren hinterlassen!
Der Rückweg sollte sich dann ähnlich grandios gestalten, wie bereits die Hinfahrt. Die beiden Stefans riefen uns bereits aus dem 16km Stau an, weshalb wir auf die Landstraße auswichen. Hier erwarteten uns aber satte 20km Stau im dichtesten Feierabend-Stadtverkehr.
Nichtsdestotrotz ist der Riesenstein in Heidelberg echt eine Empfehlung wert. Sehr gute Gesteinsqualität und schöne, wenn auch definierte Boulder bieten viel Potential, einige schöne Bouldertage dort zu verbringen. Besonders Kletterer aus der Heidelberger-Region werden den Riesenstein als Mekka fürs Training am echten Fels schätzen können.
Videos

YouTube - Andi Barth in Mensch und Maschine

YouTube - Video vom Bouldern am Riesenstein








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@Marc:
Das gibts ja nicht, wir waren selbst gestern dort! Schade, haben wir uns um einen Tag verpasst.
Allerdings haben wir uns mehr auf die Kanten am unteren Fels gestürzt… hattet Ihr die auch gemacht? Wir waren auch ortsunkundig und daher kann ich Dir den Namen leider nicht sagen.
…und natürlich ist der philosophenweg definiert, man lässt ja den block unten weg
außerdem ist der ausstieg definiert. aber egal, cooler boulder. das video von mir ist ein bisschen doof, weil ohne ton ins netz geladen. da geht der ganze witz mit dem philosophen verloren…
gruß
ok, so gesehen haste schon recht, aber: Dass der Block wegdefiniert ist -ok ist verständlich, aber der Ausstieg? Naja, man könnte vielleicht direkt auf der Seite hoch, aber …
Stells doch nochmal mit Ton rein?
Gruß,
Marc
Hej hej,
jetzt haste es mal hingeschafft zum Riesenstein und ich war nicht da…
.
Naja vielleicht kommste ja nochmal vorbei um “Perkeo on the Rocks” zu ziehen.
Für mich mit die schönste Linie am Riesenstein auch wenn ichs noch nicht wirklich
ziehen kann
Gruss Benedikt
Der Ausstieg mit dem sog. Lettenloch, nach dem mn mit Links von der Leiste weiterschnappt, ist definert. Leichter wärs wenn man, das Loch weglassen würde und direkt hochzieht. Cooler Boulder anyways. Gute Seite außerdem.
Gruß