Bouldern am Ringstein, Pfalz

16. Juli 2009 in RokBlog  |  5 Kommentare  |  24941 Leser
Tags: , , , , , , , ,

Kraftelixier, fb7c+

Kraftelixier, fb7c+

Nach dem Ringband kommt der Ringstein – vergangenen Montag war ich zusammen mit Manuel am Ringstein in der Pfalz bouldern. Seit knapp zwei Monaten bin ich jetzt auf Felsentzug gewesen. Ein häßliches Knacken im rechten Ringfinger verhieß nichts Gutes und nach einem Besuch bei Dr. Volker Schöffel stand fest, dass ich mir ein Ringband gerissen hatte. Jetzt war der Druck zu hoch und ich wollte endlich wieder raus an echten Fels! Die Bedingungen waren zwar eher subtropisch, aber das Wetter war die ganze Zeit zu schlecht vorhergesagt und da wollten wir die Chance nutzen. Mir ging es ja in erster Linie darum mal raus aus dem Plastik zu kommen…

Gebietsinfo

Kraftelixier, fb7c+

Kraftelixier, fb7c+

Der Ringstein ist zusammen mit dem Rabenfels wohl der von Mainz am weitesten entfernte Boulderspot in der Pfalz. Das Massiv befindet sich direkt bei Lemberg in Richtung Lemburg und ist vom Parkplatz her ausgeschildert (Wanderweg V, rotes Dreieck). Am Ringstein überwiegt die athletische Dachkletterei im Hauptbereich, nebenan warten ein paar sloprige Platten, die zwar gut aussahen, aber leider komplett durchtränkt waren. Das Gestein ist teilweise etwas sandig und weich, man muss also besonders bei diesen Bedingungen aufpassen, woran man anreißt, damit man den Felsen nicht beschädigt. Die Hauptboulder sind aber in ihren Schlüsselpassagen fest. Viele Boulder sind definiert und überwiegend ausdauernd, der Zustieg hingegen ist erfreulich kurz und nicht anstrengend.

Boulder

Kampf der Gallier, fb7b+

Kampf der Gallier, fb7b+

Ke Saft in den Wärscht, fb7c

Ke Saft in den Wärscht, fb7c

Etwas enttäuscht durch das geringe und definierte Angebot an Bouldern versuchten wir uns zunächst an Gutemine, der ihr Crux-Kiesel mich direkt rausploppen ließ – immerhin wars die linke und nicht die gerade genesene rechte Hand – ist auch nichts passiert, war aber doof und unangenehm! Miraculix“, fb7a gelang uns beiden direkt im zweiten Go, danach kletterten wir Kampf der “Gallier” fb7b/b+, einer schönen, aber leider recht feuchten Traverse mit Knüppel und Blockier Finish. Zwar nicht DIE Linie, aber dennoch schön machten wir uns dann daran das Kraftelixier“, fb7c+ auszubouldern. Das Ausdauerproblem mit 20+ Zügen und Kieselfinish klappte dann erstaunlich schnell, so dass noch etwas Kraft übrig blieb um Ke Saft in den Wärscht“, fb7c dranzuhängen. Leider unterscheiden sich die Boulder lediglich in ihren Ausstiegen, und sind sehr definiert. Immer mal wieder von Schauern unterbrochen und während des Boulderns mit Mücken beladen, waren wir dennoch sehr zufrieden und hatten nen schönen Tag am Fels. Gerne hätte ich noch “Basejump” geklettert, aber der Ausstieg war triefend nass, jeder Versuch wäre vergeblich gewesen.

Links

Ähnliche Artikel:

5 Antworten zu “Bouldern am Ringstein, Pfalz”

  1. Marcel sagt:

    Hey Marc,

    sind die Boulder auch während Regenschauern beboulderbar. Bin grade auf der Suche nach nen paar netten Dächern oder sehr regensicheren Wänden, nur um nen bisschen am Stein zu moven und die vorhergesagten Regentage nicht in der Halle verbringen zu müssen.

    Solang nur der Ausstieg nass ist, ist es eigentlich relativ egal.

    Wie lang wart ihr von Mainz aus Unterwegs, danke für die Info´s.

    Super Bericht, wie du merkst hat er interesse geweckt, schön das du nach deiner Verletzung mal wieder Natur zwischen die Finger bekommen hast, bist auch wirklich (zum Glück) wieder sehr schnell fit geworden (7c+….)

    Grüße,
    marcel

  2. Hi Marcel,

    alle Boulder im rechten Wandteil sind unmöglich, da plattig und nass.
    Die Ausstiege auf der Stirnwand sind ok, da hier wohl meistens der Wind vorbeiweht, fühlen sich aber etwas schleimig an. Das ist leider auch mit einigen Griffen und mit den Tritten im Dach so. Die Boulder an der linken Dachkante sind ähnlich trocken, wie die Stirnseite. Anscheinend wird der Ringstein dennoch von einigen momentan bebouldert, es waren echt übermässig viele Chalkflecken an der Wand.

    Um mal so unter der Woche etwas zu Bouldern ist die Anfahrt aus Mainz schon sehr weit(einfach 150km) und lang. So richtig empfehlen kann ich das nicht. Ich würde lieber auf etwas kühleres, trockeneres Wetter warten. Insgesamt sind die Boulder dort wohl recht leicht bewertet, anders kann ich mir unseren “Erfolg” eigentlich nicht erklären. Fühle mich gar nicht fit und schon gar nicht an diesem Tag.

    Bei Regen sehr trocken ist zum Beispiel der “Hintere Otterfelsen” und “Lost Highway” ist sowieso ein absoluter Spitzenboulder!
    Ebenfalls sehr regensicher soll der Kirschfels und das Forsthaus Anweiler sein. Letzteres habe ich einmal im Sommer besucht und war recht frustriert, aber der Zustieg ist der gleiche wie auch zum Kirschfels.

    In der nächsten Zeit wollte ich auch mal an den Riesenstein in Heidelberg, der ja ebenfalls recht trocken bei Regen bleiben soll.

    Gruß, Marc

  3. Alex sagt:

    Kirschfels ist lohnend aber Geschmacksache.
    Ab sieben giebts in jedem Schwierigkeitsbereich nen Boulder. Allerdings meistens mit gewöhnungsbedürftiger Landung und ohne Topouts…
    Ne top 7a Wand, 7b+(eher 7c) Dachkantenquerung, leicht definiert aber auch sehr schön, dann sone 7c+ Dachverschneidung die super sein soll, und noch ein fettes dach mit vier Bouldern welche alle den selben Start haben, aber trotzdem bezüglich Linienführung logisch und lohnend, athletisch und anhaltend sind, und nen supergeilen upside down Pilz a la witness the fittness dach hat, von dem es entweder nach links (7c+,) gerade raus (7b+) oder nach rechts (8b) geht.

  4. OlliF sagt:

    Ich werde es wohl nie so richtig verstehen, wie man bei Regen und eh schon durchweichtem Fels unbedingt an so einem Sandsteinbrocken zerren gehen muss. Es ist ja nicht zu übersehen, dass an dem Fels schon so der eine oder andere Griff geflüchtet ist. Das muss nicht zwingend an der Kraft der Urpfälzer liegen, sondern könnte so einen nicht ganz unbekannten Zusammenhang mit der Felsfeuchte haben.
    Und bei Feuchte dann auch noch schön an einem Kiesel rumzerren….
    Da nützt es wenig, wenn man dazu schreibt, dass man etwas vorsichtiger anreißen sollte.
    Schade!

    Ansonsten fand ich den Ringstein gerade durch die herausgeflogenen Griffe und die dann verbliebenen Sand-Baatz-Griffe nicht besonders lohnend. Die Platten rechts haben ihren eigenen (pfälzer ;-) ) Witz.

    Olli

  5. Servus Olli,

    hast ganz recht – aber der Stein des Anstoßes, hier: Der Kiesel – ist ja lediglich ein Zwischengriffchen in ansonsten sehr trockenem Gestein gewesen. Von Anreissen kann da keine Rede sein! Und wer es schafft, die unteren Stufen abzureissen, der wird vom Körpervolumen vermutlich bereits am Zustieg zum Ringstein scheitern – und anstrengend ist der ja nicht! :)
    Ich wollte ja auch eher darauf hinweisen, dass man eben gerade bei suboptimalen Bedingungen Vernunft walten lassen sollte und da wir eben vernünftig waren, wurde auch nichts gefährdet, oder beschädigt.

    Wie auch immer, wird vermutlich der einzige und auch letzte Besuch gewesen sein, dafür ist der Ringstein einfach zu weit weg.

    Viele Grüße, Marc

Hinterlasse eine Antwort