Tessin Trip zum Tag der Arbeit 2009 nach Chironico
13. Mai 2009 in RokBlog | 5 Kommentare | 20860 Leser
Mittwoch 29.04.2009, die Wettervorhersage ist gut, ein Feiertag naht, das Auto ist gepackt – Aufbruch ins Tessin zum Bouldern. Die Anreise verläuft genauso schnell, wie meine Muskeln erschlaffen. Am Dienstag erteilte ich mir noch eine harte Lektion am Campusboard, eigentlich um Haut zu schonen und um nochmal einen ordentlichen, letzten Trainingsreiz zu setzen. Das Konzept ging voll in die Hose:
Eric Höerst’s diabolisches Peinigungsprogramm rächt sich! Ich verbringe den ersten Bouldertag vernichtet zwischen den Blöcken und sehe zu wie Mia die Boulder wegrandaliert.
Perfekte Bedingungen zum Bouldern sind zäh an Ruhetagen – noch zäher wenn man geschunden wie ein geprügelter Hund, zu müde zum sitzen, in einem windgeschützten Blockwinkel kauert und darauf hofft, dass die Freundin bald erschöpft ist.
Der nächste Morgen beginnt vielversprechend: Die Nacht war erholsam und Felshungrig zappel ich bereits um 7:45 Uhr im Schlafsack rum. Etwas später ist auch der Rest der Rhein-Main Crew angekommen und wir checken in Nivo Bassa (Chironico) ein. Am Abend bei guten Bedingungen gelingt mir endlich mein Projekt am Senza Denti-Block. Die linke Kante, ein wirklich anspruchsvoll hoher, überhängender Boulder wurde von Heiko Queitsch erstbegangen und ist absolut DIE Linie am Block. Adrenalingeladen stolpere ich im Topout krabbelnd und mit dem Kopf zuerst in die Dornen und verheddere mich schmerzhaft – egal, gemacht!
Boogalagga am nächsten Tag ist wie Ostern: Überall erschallen Rufe: “Gescheeeheeeenk!” – freudig hingerannt und schnell das faule Ei bzw. schrecklich zu schweren, oder schmerzhaften Boulder versucht, während der Verkünder des: “Gescheeeeeheeenks!” sich darin übt ein besonders fieses Haifischgrinsen
aufzusetzen und sich schmatzend im Leid des Aspiranten zu sättigen. Kurzum: Irgendwie will es bei uns nicht so richtig laufen!
Das Schattental am nächsten Tag sollte uns eigentlich kühlere Temperaturen und feinen Grip bringen, fühlt sich aber an wie ein Dampfkochtopf bei dem das Ventil klemmt und wir mittendrin. Winselnd und ächzend schleppen wir unsere Crashpads von einer unmöglichen fb6c zur Nächsten, nur um eine weitere Packung zu kassieren. Ein weiterer Versuch einer im Flash am Ausstieg gescheiterten fb7b wird unmöglich, nachdem Waldameisen den Ausstiegsriss belagern.
Das Ende soll aber noch dicker kommen: Clever wollten wir um 21:00 Uhr NACH dem Heimreiseverkehr entspannt durch den Gotthard zurückfahren befanden uns aber in bester Gesellschaft und feierten angenehme 4 Stunden Gotthardparty bis wir dann endlich auf der anderen Seite des Tunnels waren. Auch wenn eigentlich nicht wirklich viel ging hatten wir echt ne Menge Spaß und haben zumindest das Beste daraus gemacht – die Abschlussparty vorm Gotthard hätte aber wirklich nicht sein müssen.








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Hej hej,
was ist denn dein diabolisches Hoerst Programm?
Hab dich uebrigens auf dem Melloblocco nicht finden
können
Gruss Bene
Hi Benedikt,
Melloblocco ist bei uns dann doch ausgefallen, die Bedingungen in Magic Wood waren einfach zu gut (Bericht folgt).
Wie wars denn? Schreib’ doch mal ein paar Zeile drüber…
Mein bzw. Klette’s diabolisches Höerst Programm besteht aus:
Warmbouldern(10 Stück),
Folterboulder(5 Stück),
Campusboard(zig grauenhafte Übungen die furchtbar reinhauen),
Ausbouldern(10 Stück).
Bin bestimmt nicht absolut schwach am CB, aber die Maxkraft-Übungen halten mich noch Tage danach leistungsmässig unten im Keller. Bringt aber echt was.
LG Marc
wie fands das neue mondo?
Hej hej,
jaja das Averstal… Da kamen wir auf unserem Hinweg hin weil wir dachten wir probieren mal ne Alternativroute
. Naja immerhin sind wir an massig geilen Bouldergebieten in nächster Nähe vorbeigefahren 
).
zu der von Google Maps aus. Dumm nur das der Splügenpass gesperrt war und das der tolle Falk Routenplaner und
ein zweiter Planer, dessen Namen ich gerade vergessen habe, das nicht wussten. So sind wir dann mit dem warscheinlich einzigen Karlsruher Stadtmobil-bus ohne Atlas orientierungslos in der Nacht rumgegurkt bis wir beim Schild “Wilkommen in Ticino” gemerkt haben das etwas absolut nicht stimmt
Das Festival an sich war finde ich echt super. Wetter war am ersten Tag fast schon zu heiss zum bouldern (Visido liegt eher freiliegend). Deshalb haben wir uns erstmal ins mittags eher schattige Remenno/Nosferatu zurückgezogen und über die teilweise etwas komische Bewertung gewundert (finde die war relativ hart). Die Tage drauf wars bis Nachmittags auch immer super, ab dann gab es aber als mal einen kleinen Schauer (ist aber recht schnell wieder alles getrocknet). Waren dann nach dem ersten Tag eher in den klassischeren Sektoren rund ums Val di Mello und in Scivolo (links von Remenno) und nicht mehr in Visido. Was auch recht fein ist, ist das der Sektor “San Martino”, der im MelloBoulder Führer noch nicht so groß beschrieben ist, um einiges gewachsen ist. Das ist deshalb fein weil dieser direkt neben dem Campingplatz liegt und man so auch nach dem Abendessen mal schnell noch die letzten Sonnenstrahlen bebouldern kann!
Nachdem das ganze jetzt schon zum zweiten mal so war, kann man warscheinlich getrost sagen das wenn man es nicht explizit drauf anlegt, der Wettkampf in dem riesigen Tal eher an einem vorbei geht( Auch diesmal keine Celebs am Felsen getroffen
Diesmal haben wir auch mal etwas vom Abendprogramm mitgenommen was aber seitens der Organisation etwas verplant war. Bei der Pure Vorführung z.b ist dreimal der Beamer ausgegangen und es hat sich dann eher ausm Publikum jemand drum gekümmert als jemand von der Orga. Lustig war auch der Vortrag von den Briten (North Face Tour) um James Pearson die das eher homophobe Italienische Publikum mit einem eher an der männlichkeit orientiertem Vortrag geschockt haben!! Ein bischen schade finde ich noch das die italiener alles auf dem Festival so stark dominieren. Da das Verhältnis so unausgeglichen ist findet man meiner Meinung nach eher spärlich Anschluss an andere Gruppen (seien es nicht auch “Ausländer”). Trotzdem ein sehr lohnendes Event mit massig Auswahl an genialen Bouldern in superidyllischer Umgebung. Vielleicht sieht man sich dort ja dann nächstes Jahr
Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar Benedikt!!!
Genau der Splügenpass hat uns ebenfalls vom Melloblocco abgehalten. Ich wusste, dass der zu ist und der Weg vom Melloblocco zum Magic Wood ist halt schon sehr umwegig.
Unser Weg ins Averstal wurde aber auch sabotiert: Normalerweise fahre ich über Basel, diesmal wollte ich dem Navi folgend über Ulm fahren. Zig Baustellen, etliche LKW, unfreiwilliger Abstecher nach Österreich inkl. Pickerl machten den ‘direkten’ Weg eher sehr unlohnend. Auf dem Rückweg sind wir dann wieder die gewohnte Strecke gefahren und konnten das günstige schweizer Benzin voll ausnutzen.
Wg. der Pässe in Graubünden empfiehlt sich VOR Abreise immer ein Blick zu: strassen.gr.ch
Viele Grüße und bis bald,
Marc