Testbericht: Wiederbesohlen von Kletterschuhen bei Ready4Climbing

21. Februar 2009 in Infos, Tests und Tipps  |  4 Kommentare  |  14038 Leser
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Ready4Climbing - Kletterschuhe.de

Ready4Climbing - Kletterschuhe.de

Meine Kletterschuhe Solution haben etwa 5 Monate intensivstes Bouldern hinter sich, in Bleau riß dann ein durchgewetzter Verschlußriemen und weitere 1.5 Monate hatten die Solution zwei Löcher in ihrer Sohle. Der Rand war aber noch intakt, deswegen entschloss ich mich dazu meine Kletterschuhe bei Kletterschuhe.de (Ready4Climbing) wiederbesohlen zu lassen und das Ergebnis möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Ausgangssituation

Solution - genähter Verschlussriemen

Solution - genähter Verschlussriemen

Intensives Bouldern/Trainieren hinterlässt seine Spuren, daher war ich fast erstaunt, daß die Sohle meines Solutions dies so lange mitmachte. Irgendwann war dennoch Schluß und ich hatte zwei große Löcher in der Schuhsohle. Um die Zwischensohle bzw. P3 nicht zu beschädigen und weil ich den vor kurzem gerissenen Verschlussriemen endlich mal richtig nähen lassen wollte, schickte ich die Kletterschuhe zu Ready4Climbing.

Versand & Dauer

Mit Hermes schickte ich die Schuhe für geringe 3,90 EUR (Online-Paketmarke), Donnerstags nach Hadamar und dort kamen sie am Montag an. Kurze Zeit später erhielt ich einen Anruf, welche Sohle ich genau wollte, da ich in meinem Auftrag mehrere Alternativen aufzählte. Auch das Nähen des Riemens sei kein Problem – schön. Nach kurzer Beratung entschied ich mich für 3.5mm Vibram XSGrip.
5 Werktage später habe ich die Schuhe repariert und mit Rechnung bereits wiederbekommen. Ich musste keine Vorkasse leisten.

Reparatur

Scharfe Kante nach Neubesohlen

Scharfe Kante nach Neubesohlen

Der Verschlussriemen ist sehr gut genäht, da gibt es nichts zu meckern. Meine Befürchtung, daß dieser vielleicht verdreht zusammengenäht würde erwies sich als unbegründet. Sehr gut gemacht – und nicht in Rechnung gestellt – wirklich prima!
Die Besohlung erscheint mir auf den ersten Blick recht dick, wobei man vermutlich nicht von der sichtbaren Aussenkannte ausgehen darf. Diese sieht zwar sehr schön verklebt und sauber geschliffen, aber auch sehr dick aus. Wer den Solution kennt, der weiß, das die Zehenspitze stark nach unten gebogen ist(Downturn) und sozusagen fast ein Hohlraum hinter dem großen Onkel auf der Schuhsohle bildet. Durch das Wiederbesohlen ist der Downturn weg – momentan beult die Sohle sogar etwas heraus und trägt klobig auf.
Die Spitze selbst ist hervorragend gearbeitet: Genau dort, wo sie auch ursprüglich pointiert war, befindet sich auch jetzt wieder die Spitze. Nichts ist breiter, verschoben, oder schlecht verklebt – gut so!
An der Grundpassform erscheint mir mein damals sehr bequemer “Hausschuh” nach dem Neubesohlen deutlich enger. Dies mag zum einen am Verkleben liegen, zum anderen haben Kletterschuhe, die völlig austrocknen (weil länger nicht benutzt) die Tendenz dazu, steifer zu werden und deswegen kleiner zu wirken.
Leider bringt die neue Reparatur keinen Vorteil für den inzwischen fiesen Geruch und mir tun die armen Schuster, die Tag ein, Tag aus die ollsten Kletterpatschen vorgesetzt bekommen, wirklich Leid.

Praxistest

Wie zu erwarten Klettern sich die ersten Meter noch recht holprig, besonders die Sohlendicke macht mir zu schaffen, die scharfe Kante an der Sohle ist wie bei jedem neuen Schuh erstmal gewöhnungsbedürftig, aber das gibt sich ja schnell. Das klobige Gefühl der ersten Klettermeter gibt sich auch nach einer Eingewöhnungsphase von etwa einer Stunde Dauerklettern nicht vollständig. Mir ist die Sohle zu dick!
Nach ordentlichem Vollschwitzen gibt der Schuh wieder etwas nach und passt fast so gut, wie vor dem Besohlen.

Fazit

Ordentliche Spitze nach NeubesohlenFür insgesamt 33,40 Eur (inkl. Versand Hin und Rück, sowie Reparatur) habe ich wieder ein paar brauchbare Trainingsschuhe, mit denen man noch im Plastik klettern und die guten Schuhe für den echten Fels schonen kann. Für den Fels ist mir die neue Sohle zu dick und ich spüre nicht mehr genau genug, ob ich kleine Tritte maximal Trete und wieviel Druck ich genau auf einen Tritt bringen darf, bevor ich wegrutsche.
Aufgrund meiner früheren Erfahrungen mit wiederbesohlten Schuhen bei denen der Rand beschädigt war, warne ich davor, einen auch nur annäherungsweise vergleichbaren Kletterschuh nach der Besohlung und Randerneuerung zurück zu erwarten.
Ist der Rand kaputt, ab in die Tonne! Ansonsten: Neukaufen und Alten neubesohlen lassen!

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4 Antworten zu “Testbericht: Wiederbesohlen von Kletterschuhen bei Ready4Climbing”

  1. F.Leschke sagt:

    Hallo Kletterfreund,
    seit ca. 2 Jahren klebt diese Firma in Hadamar mit unseren Klebstoffen und ist sehr zufrieden. Weniger Aufwand bei größerer Klebfestigkeit. Auch Fa. Vibram zeigte sich bei Vorlage von Klebmustern mit Stealth und Vibram-Material anläßlich einer Messe erstaunt.
    Können Sie speziell zur Klebfestigkeit Genaueres mitteilen ? Ich würde mich sehr darüber freuen.

    Vielen Dank und freundliche Grüße

    Frank Leschke

  2. Servus Herr Leschke,

    über den verwendeten Kleber kann ich nur positives berichten:
    Die Klebeleistung ist gut und auch die Klebearbeit ist ordentlich – kein Ablösen und auch keine Bläschen an den Rändern erkennbar. Bin absolut zufrieden damit.
    Inwieweit die Verarbeitung einfacher und die Klebeleistung tatsächlich höher als der von den Herstellern verwendete, übliche Kleber ist, kann ich erst beurteilen, wenn mir Testergebnisse vorliegen. Im Alltag, also beim eigentlichen Klettern kann ich keinen Unterschied feststellen – weiß aber von früher, daß es öfters mal Probleme mit den Sohlen-Randverklebungen gab. Inzwischen gibt es diese Probleme kaum noch.
    Ein Problem, daß immer noch existiert ist, daß sich Gummierungen der Zehenbox zB. für Toehooks mit der Zeit durch die Belastung ablösen. Sollte ihr Kleber dies verlangsamen, oder gar beheben, wäre das eine wirklich gute Sache, die wohl die meisten Kletterer zu schätzen wüssten.
    Deswegen: Dranbleiben!

    Viele Grüße und Erfolg,

    Marc Stellbogen – RokBlog.de

  3. Frank Leschke sagt:

    Hallo Herr Stellbogen,
    diese Klebung wird seit etwa zwei Jahren sehr erfolgreich durch einen Kunden in Hadamar ausgeführt. Es werden einige hundert Paar/Monat repariert. Die Tests wurden in unserem Labor und durch mich selbst durchgeführt (versch. Vibram-Materialien). Die Klebwerte sind (Schältest) sind deutlich höher als bei der bisherigen Verfahrensweise (Halogenierung, Spez. CR-Klebstoff). Das Fife ten-Material hat eine andere Grund-
    zusammensetzung. Hier hatte ich nach einigen Tests Materialriss erreicht, d. h., besser geht es nicht mehr.
    Hier aber ein anderes Klebverfahren mit anderen klebstoffen und anderer Vorbehandlung.
    Für die Klebung von Vibram- Material (Spezialgummi) sind der Helmipren Formel 1 sowie der Europren 2618 gleichermaßen geeignet, angemischt mit ca. 5% Vernetzer 500 FB. Aber auch ohne Vernetzer waren die Festigkeitswerte recht ordentlich.
    Mal eine Frage: Sind Sie bei der Fa. in Hadamar beschäftigt ?
    Kommenden Freitag bin ich zur OST-Messe in Garmisch-Partenkirchen. Mal sehen, ob ich dort bezüglich Kletterschuhreparatur Interessenten kennenlerne.

    Viele Grüße

    Frank Leschke

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