Testbericht: Primus Omnifuel Kocher
14. Februar 2009 in Infos, Tests und Tipps | 5 Kommentare | 14284 LeserWer viel draußen unterwegs ist, weiß, wie wichtig ein zuverlässiger und robuster Kocher ist. Der luxus Mehrstoffkocher Omnifuel von Primus hat mich noch nie im Stich gelassen. Ich suchte einen schnellen Kocher, der mir nach einer kalten Nacht im Freien schnell einen heißen Kaffee und abends, nach einem harten Klettertag ein schnelles, leckeres Essen kochen kann. Ok, alleine kochen kann er nicht, daß muss man schon selbst, aber in Punkto Geschwindigkeit ist der Omnifuel im Vergleich zu einem schnöden Camping- und Outdoor Gaskocher eine echte Rakete ohne Kinderkrankheiten.
Info
Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als ich vor Kälte schlotternd mit eisigen, geschundenen Händern neben meinem Gaskocher gestanden habe. Piezozünder schön und gut, aber wenn die Gaskartusche nicht voll und die Nacht nicht zu kalt war, dann stand ich wirklich eine Ewigkeit neben dem traurigen Turm und lunzte immer wieder ungeduldig und natürlich völlig kontraproduktiv den Deckel lüftend in den Topf – NIX, nicht mal kleine Bläschen am Topfboden.
Irgendwann entschloss ich mich dann dazu den stolzen Preis für einen super Kocher auszugeben. Der Primus Omnifuel ist schnell, schon beim Kauf brennt er einem ein Loch in den Geldbeutel! Nach vielen leidigen Erfahrungen kann ich inzwischen überzeugt behaupten: Ich bin zu arm und zu geizig, um billig zu kaufen! Wenn schon, dann gleich einen schnellen, robusten und zuverlässigen Kocher!
Brennstoffe
Der Omnifuel brennt – wie der Name ja schon vermuten lässt – nahezu jedes Heizmittel: Gas, Diesel, Benzin, Petroleum, Kerosin, vermutlich sogar Omas widerliches Parfüm. Ich benutze ihn überwiegend mit Reinbenzin, öfters aber auch mit normalem Benzin von der Tankstelle. Das klappt prima, ist überall erhältlich und kostet nicht wirklich viel. Damit alle verschiedenen Brennstoffe verbrannt werden können, befinden sich mehrere Düsen im Lieferumfang, die sich sehr einfach austauschen lassen. Der Omnifuel ist durch diese Vielseitigkeit nahezu überall auf der Welt einsetzbar. Benzin gibts es (noch) überall zu kaufen.
Lieferumfang
- Kocher
- Pumpe aus Metall
- Benzinflasche für 0.6 Liter Treibstoff
- Windschutz und Boden-Wärme Reflektor
- Werkzeug zum Zerlegen des Kochers
- 3 Düsen für unterschiedliche Treibstoffe
- 2 Packbeutel, der eine ist recht aufwändig
- 1 Tube Schmierfett
- Bedienungsanleitung
- CDs
Funktion
Damit der Kocher den Treibstoff verbrennen kann muss man mit Hilfe der Pumpe in der Treibstoffflasche Überdruck aufbauen, das geht Ruck-Zuck und ist nicht anstrengend. Den Regler an der Flasche aufdrehen, den Feinjustierer am Kocher kurz öffnen, damit flüssiger Treibstoff gegen das Prallblech und runter ins Fliess laufen kann. Feinjustierer wieder zudrehen und entzünden. Jetzt lodert eine gelbe Flamme, die lediglich dazu da ist, den Kocher und das Prallblech aufzuheizen. Es erfordert anfangs etwas Gefühl um die richtige Menge Treibstoff abzuschätzen, aber das bekommt man schnell raus. Sobald der Kocher aufgeheizt ist zündet man erneut. Jetzt brennt der Kocher brüllend mit blauer Flamme. Der Regler an der Flasche sollte immer ganz auf, der Feinjustierer an dem Kocher je nach Wunsch reguliert sein.
Leistung
Kurzum: Sehr stark! Der Omnifuel ist bestimmt nicht leise, dafür aber brutal stark! Wir waren bei -10 Grad in Fontainebleau und hatten sehr schnell (vielleicht 3-4 Minuten) kochendes Wasser. Bodenreflektor und Windschutz sind etwas billig geraten, erfüllen aber ihren Zweck absolut zufriedenstellend. Kraft ist nichts, ohne Kontrolle – deswegen kommt der Omnifuel auch mit einem Feinregler direkt am Kocher daher. Leider federt diese in der schwächsten Stellung, so daß die Justage doch etwas gröber, als notwendig ausfällt. Verglichen mit anderen Kochern lässt sich der Omnifuel aber spitzenmässig regulieren.
Verarbeitung
An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen! Der Kocher ist sehr robust, da klappert und wackelt nichts! Die Pumpe ist aus Metall und nicht aus brüchigem Plastik wie bei anderen Herstellern und macht einen stabilen Eindruck. Die Standbeine kippeln überhaupt nicht, auch schwere Töpfe stehen super solide, ohne daß man Angst haben muss, daß alles umfällt. Bodenreflektor und Windschutz könnten etwas hochwertiger sein, gehen aber auch nach Jahren weder kaputt, noch leidet die Funktion unter dem einfachen Aluminium. Zur Reinigung der Düse befindet sich im Lieferumfang ein Werkzeug inkl. Wolframdraht mit dem man die Düse putzen kann. Bei mir war das noch nie notwendig. Insgesamt ist der Omnifuel sehr anspruchslos. Ich habe ihn seit Jahren nur benutzt und benutzt und benutzt…
Fazit
Der Omnifuel von Primus ist der Outdoor Hummer unter den Kochern. Robust, kein sinnloser Schnick-Schnack, absolut zuverlässig, laut, schnell, anspruchslos aber eben teuer und wegen der super Verarbeitung halt auch nicht der leichteste. Der Service von Primus ist schnell und fix und auch in Jahren wird man noch Ersatzteile bekommen – sollte man doch mal irgendetwas benötigen. Wer nicht unbedingt ca. 175,- EUR loswerden möchte und wert auf einen leiseren und dennoch starken Kocher legt, der ist mit einem Whisperlite von MSR ebenfalls sehr gut beraten. Die Probleme mit kaputten Pumpen sind inzwischen durch hochwertigeres Material behoben und der Kocher ist deutlich günstiger. Das der Omnifuel so viele verschiedene Treibstoffe verbrennen kann, ist zwar gut, aber für mich und meinen Anspruch reicht Benzin völlig aus. Vielleicht mal Gas, weil es leiser brennt. Wenn ihr plant euch einen neuen Kocher zu kaufen, dann solltet ihr zwischen dem Omnifuel von Primus und dem MSR Whisperlite wählen, je nachdem, was euer Geldbeutel hergibt solltet ihr die Entscheidung treffen, beide Kocher sind empfehlenswert!




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kann es kaum erwarten ihn das erste mal auszuprobieren !
Guter Test bzw. Kaufberatung
Ich habe inzwischen den zweiten, neuen Whisperlite International und er brennt auch untschiedliches Benzin. Die Pumpe ist viel besser geworden und nicht mehr so klapperig. Einstellen geht gut und ich bin sehr zufrieden. Wichtig ist noch, daß es zwei Whisperlites gibt, einmal für unterschiedliches Benzin und dann noch für nur-Benzin. Beide sind gleich gut und ich bin sehr zufrieden. Marc hat aber recht, der Omnifuel macht einen besserern Eindruck, ist aber viel teurer.
Beste Grüße Tobias
Hallo Marc,
mal eine Frage zu deinem Omnifuel, ich hab das Ding auch seit August und kann nur zustimmen – brüllender Kraftprotz – aber mal ne Frage zum Auseinanderbau. Auch nach endlos nachgeglühter und entdampfter Düse hab ich noch Restbenzin im Schlauch. Ist das bei dir auch der Fall?
Gruß und weiter so
Daniel
Hallo Daniel,
so ganz verstanden habe ich dein Problem nicht, aber ich schildere dir einfach mal meinen Umgang mit dem Omnifuel…
Nach dem Kochen:
Ventil an der Flasche ausdrehen – ganz zu
Feinjustierer am Kocher – ganz auf und solange brennen lassen, bis die Flamme ausgeht
Wenn der Kocher ausgekühlt ist, drehe ich den Feinjustierer zu und packe alle ZUSAMMENGEBAUT wieder in den Packbeutel.
Egal, ob ich den Kocher tags darauf, oder erst Monate später wieder benutze, ich lasse immer alles zusammengebaut. Keinerlei Probleme bisher, ist auch nie etwas ausgelaufen…
Hoffe ich konnte dir weiterhelfen!
Beste Grüße,
Marc
Bekommt einen minus Punkt von mir, dieser wäre der Raketen ähnliche Lärmpegel.
Ansonsten Standfest aber ebenso schnell wie eine Rakete.
Robust und wenn man seine schreiende Diva einmal etwas besser kennengelernt hat auch problemlos zu händeln.