Bouldern im Odenwald – Felsenmeer und Lützelbach
14. Januar 2009 in Fotos, RokBlog | 5 Kommentare | 16226 Leser
Die kalten Tage bei bestem Sonnenschein haben wir genutzt um die Bouldermöglichkeiten im Odenwald etwas zu erkunden. Dieses Mal zog es uns ins Felsenmeer bei Reichenbach und nach Lützelbach an die eisig-rauhen Granitblöcke. Trotzdem alle Blöcke unter einer dicken Schneedecke begraben lagen, wollten wir nicht aufgeben und versuchten das Beste rauszuholen und die eisigen Tage bei -8 Grad in der Sonne zu genießen. Nicht ohne Erfolg…
Bouldern im Felsenmeer bei Reichenbach
Ich war schonmal im Felsenmeer – damals allerdings bei hochsommerlichen Temperaturen um die 30 Grad. Die Boulder dort hatte ich noch gut in Erinnerung und war vor der Abfahrt doch sehr skeptisch, ob wir denn überhaupt bouldern können, oder ob alle Boulder
schneebedeckt im Winterschlaf liegen. Am oberen Parkplatz angekommen bot sich uns dann auch ein sehr ernüchterndes Bild: Eine weiße Schneelandschaft in schönstem Sonnenschein – Ok, wirklich sehr schön, aber wir wollten doch BOULDERN!!! Bereits auf dem Weg in das Blockfeld-A fiel uns das Geräusch des Schnees beim Laufen auf: Irgendwie knirschte es heller als üblich. An den Blöcken packte ich den Besen, der eigentlich zum Befreien der Autoscheiben von Schnee gedacht war, aus und versuchte den Block der ersten Wahl vom Schnee zu säubern. Unfassbar: Unter der etwa 10cm dicken Schneedecke kam knochentrockener Felsen zum Vorschein. Es war so kalt, das der Schnee überhaupt nicht am Felsen klebte, sondern sich ganz einfach wegbürsten ließ. JUHU!!!!
Der “MD Gedächtnisblock” war in kürzester Zeit enteist und wir konnten loslegen:
“Linke Kante” fb6b+, “Rechte Kante” fb6c, “Boulder ohne linke Kante” fb7b+, “Traverse von rechts nach links” fb7a+ – erstaunlich, was der kleine aber feine Block zu bieten hatte und in etwa 2 Stunden hatten Mia, Georg,
Christian, Gerd und ich den Block in Gänze bezwungen. Zwischenzeitlich legte ich noch den etwas oberhalb gelegenen Pilz-Block frei, da ich mich an der “Huttraverse”
fb7c versuchen wollte. Leider hatte die Sonne einen kleinen, verbliebenen Schneefleck während meiner “Arbeit” so geschmolzen, dass die Suppe direkt über die entscheidenen Sloper lief und jeden Versuch jäh mit einem Ploppen beendete. Beim nächsten Mal fange ich direkt oberhalb der Griffe an zu putzen! Christian und ich konnten noch den “Pilz” fb6c bouldern und zogen dann auf Erkundungstour. Bewaffnet mit dem Besen legte ich noch vier weitere Blöcke frei, damit wir und andere in den kommenden Tagen was zu bouldern haben, selbst wenn die Temperaturen wärmer würden…
Bouldern in Lützelbach
Nach
eingehendem Studium des Boulderführers für den Odenwald entschieden wir uns am nächsten Tag für einen Abstecher ins Nahe zum Felsenmeer gelegene Lützelbach an den Edelsteinblock. Etwa 10 Minuten (Autofahrt) hinter dem Felsenmeer befindet sich Lützelbach und das Bouldergebiet um die Wildfrauenhütte. Der Edelsteinblock war doch höher als erwartet und ließ sich in Turnschuhen nur recht schwer entschneien. Nach etwa 30 minütiger Schufterei war dann aber alles soweit geputzt, dass wir bouldern konnten – bzw. könnten, wenn nicht unter dem Schnee die linken Boulder total vermoost gewesen wären. Ohne Drahtbürste und Leiter geht da nix! Wir konnten mit “Crash Factory” fb6a+ immerhin eine sehr schöne Traverse bouldern und uns dann an den schwereren Bouldern versuchen.
“Pure Lust” fb7b gelang mir recht schnell,
aber im “langen Elend” fb7b+ waren die Züge doch einfach zu weit. Keine Chance! Während sich Mia in hartnäckigster Weise den letzten verbleibenden Rest Haut von den Fingern riss, kämpften Georg und Gerd mit der “Puren Lust“. (Christian wollte diesmal lieber Hallenduft in Frankenthal schnuppern.) Ich quälte mich unterdessen -vor Hautschmerzen schreiend- die rückseitige Slopertraverse “Highway” fb7a hoch bzw. entlang. Bei völliger Dunkelheit zogen wir uns dann geschunden zurück, hatten aber einen weiteren tollen Tag im odenwälder Granit. Die weiteren Blöcke des Gebiets blieben von uns noch völlig unerkundet, lediglich den Wildfrauenhaus-Block konnten wir noch sehen, haben ihn aber nicht aus seinem Winterschlaf gerissen.
Nachschlag im Felsenmeer bei Reichenbach
Der Wetterbericht änderte sich und obwohl das Fleisch fast zum Vorschein kam, bäumten Georg und ich uns nochmals am Dienstag auf, den vielleicht letzten Tag mit guten Bedingungen draussen zu nutzen.
Ich hatte ja noch eine Rechnung im Felsenmeer offen und die Fahrzeit ist von Wiesbaden auch akzeptabel. Da wir doch erst recht spät loskamen und der Schnee bereits deutlich nasser war, mussten wir auf das Warmmachen verzichten. Nach etwas Putzarbeit konnte ich “Reinecke Fuchs” fb7b sowie den Jump-In fb7a+ bouldern, dann zogen wir an den “Pilz“, den Georg recht schnell verspeiste. Diesmal waren sogar die Startgriffe der “Huttraverse” fb7a+/c abgetrocknet und voller Hoffnung machte ich mich daran eine Sequenz zu finden – ohne Erfolg. Um die abschüssigen Sloper zu fixieren muss auf jeden Fall mehr Haut und mehr Kraft her. Nachdem Ausbouldern fuhren wir dann zerschunden heim und ich legte direkt noch eine Trainingssession in der Boulderhalle ein. DA MUSS MEHR KRAFT HER!!!
Links
- Boulderführer Odenwald en bloc bestellen
- Felsenmeer bei Reichenbach offizielle Website
- Videoclip vom Bouldern im Felsenmeer von Raftaa (Dennis Barteit)
- Website des Fotografen Georg Lenz





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na da habt ihr es euch ja richtig gegeben……..schätze mal am WE ist es zu nass zum bouldern dort?!
tschö tanja
Sehr schicke Fotos!
Kann man dich eigentlich am Samstag in Heilbronn treffen?
Gruss Benedikt
@tanja
Jo, haben uns ganz schön gepeinigt! Als wir am Dienstag wieder im Felsenmeer waren, war es schon deutlich nasser.Der Schnee war lange nicht mehr so pulverig und bei den Temperaturen und dem Regen gestern glaube ich nicht, daß es wieder so sein wird wie vergangenes Wochenende. Insgesamt trocknet es dort aber sehr schnell ab und wenn es jetzt nicht neu schneit gehen auf jeden Fall die geputzten Boulder. Mich interessiert auch mal der Riesenstein. Warste schonmal da?
@Benedikt:
Vielen Dank für dein Lob!
Ich weiß noch nicht, ob ich auf den Red Chili Cup nach Heilbronn gehe. Eigentlich zieht es mich momentan mehr raus, als in die Halle. Aber wer weiß kommt ja oft doch alles anders als man denkt. Bei mir muss jetzt erstmal Haut nachwachsen. Die ist echt total runter….
Viele Grüße an euch beide,
Marc
[...] Schnee lockten uns in das kleine Bouldergebiet im Modautal. Im kalten Winter war ich das letzte mal in Lützelbach am Edelsteinblock bouldern und riß mir an den scharfen Griffen das Fleisch von den Knochen. Dieses mal, bei weitaus [...]
schoene bilder. aber oberhaessliche tickmarks! klettert ihr so schlecht, dass ihr die braucht? ich habe alle diese boulder voellig ohne stuetzraeder geklettert.