The Sharp End DVD im Test/Review
19. November 2008 in Infos, Tests und Tipps, Videos | 2 Kommentare | 14677 Leser
The Sharp End – das Seilende, in das sich der Vorsteiger einbindet – ist gleichzeitig der Name für den neuesten Streifen aus dem Hause SenderFilms, das schon mit Return2Sender einen großartigen Trad-Kletterfilm produzierte. Um eins gleich vorweg zu nehmen: Man wird nicht Shikkkadangg schreiend vor dem Fernseher sitzen – der Name ist Programm: Trad-Klettern in höchster Güte! Ob in Amerika, Deutschland, Tschechien, Frankreich oder sogar im Himalaya “The Sharp End” zeigt haarsträubende Action und folgt damit dem guten Beispiel des Prequels. Dean Potter, Lisa Rands, Tommy Caldwell, Matt Segal, Steph Davis, Micah Dash, Topher Donahue, Bernd Arnnold – oh ja, genau der aus dem Elbsandstein – Robert Leistner, Adam Ondra, Alex Honnold, Renan Ozturk, Chris McNamara…
Den vollen Review zum Film und ob sich der Kauf lohnt, erfahrt ihr hier.
Info
Sei es Trad-Klettern, Highballs, alpines und technisches Klettern, Freesolo, Baseline, Basejumpen oder die ultimative Kombination: Basesolo, am scharfen Ende geht es nicht in erster Linie um Nummern und Schwierigkeitsgrade, sondern darum, sowohl seine physischen, sondern auch seine psychischen Grenzen zu verschieben und neu zu definieren.
Zahlreiche US Trad-Spezialisten wurden bei zum Teil haarsträubenden Aktionen gefilmt und auch wenn man sich selbst vielleicht in einer anderen Sparte des Bergsports auslebt, reißen einen die Aufnahmen und Momente der Furcht mit. Actiongepackt ist hier natürlich ganz anders zu verstehen als z.B. bei Dosage 5, bei The Sharp End erwarten einen stimmungsvolle Aufnahmen vor grandioser Landschaft und spektakulären Tiefblicken, teilweise skurile Charaktere, ein gut passender Soundtrack und trotzdem auch harte Kletteraction. Besonders die Stimmung und das Lebensgefühl der Kletterer, sowie ihre Einstellungen und Beweggründe für die oftmals lebensgefährlichen Situationen werden “am scharfen Ende” veranschaulicht.
Highlights
Besonders die Kletterer, die gerne im Elbsandstein der sächsischen Schweiz unterwegs sind, freuen sich (oder eben gerade nicht
)über den gezeigten Besuch der US Trad-Stars im Elbi und der Tschechei. Klar, dass die Amis sich eine eindrucksvolle Kante aussuchen, um ihre Spuren zu hinterlassen. Die Erstbegehung von Alex Honnold ist auch schon eindrucksvoll, aber was Robert Leistner zeigt, ist wirklich top. Ein gutes Beispiel dafür, dass man auch ohne Haken, Chalk und sogar ohne Stopper und Cams richtig schwer klettern kann. Trad schließt Schwierigkeitsklettern nicht aus.
Chris McNamara, der Basejumper schlechthin, zeigt in einem Wingsuit Sprünge bzw. Flüge, die derartig knapp an Felsen vorbeiführen, dass er dabei fast die Baumwipfel streift – wirklich unfassbar. Auch wenn ich eigentlich kein sooo großes Interesse am Basejumpen habe und mich üblicherweise die Aufnahmen eher kalt lassen, das ist hier absolut anders! Die Details, was gerade passiert, sieht man oft erst auf den zweiten Blick.
Viele von euch kennen ja bestimmt den aktuellen Kinofilm Nordwand, der die Erstbesteigung der Eiger Nordwand, im breitenwirksamen Kinoformat aufbereitet, präsentiert. Ich habe den Film erst vor kurzem gesehen und habe die Bilder der schlimmer Erfrierungen noch sehr präsent in meinem Gedächtnis. Wenn man jetzt aber Dean Potter bei seinem Basesolo der Eiger Nordwand in Shorts und freiem Oberkörper betrachtet treffen wirklich zwei Welten und Zeiten aufeinander. Kaum vorstellbar, daß es sich um die gleiche Wand handelt.
DVD & Bonusmaterial
Insgesamt erwarten einen 65 Minuten Film plus Bonusmaterial. Apropos Bonusmaterial wenn schon ein Filmteam im Yosemite unterwegs ist, dann kann ja auch Tommy Caldwell nicht weit sein. So ist es auch! Seine Ein-Tages Begehung der Nordwestwand vom Half Dome ist echt sehenswert. Und wenn ein Filmteam in der Tschechei unterwegs ist, was liegt da näher als DAS Wunderkind des Klettersports zu zeigen: Adam Ondra zieht sich mächtig die Finger lang!
Fazit
The Sharp End ist absolut keine DVD die einen so richtig psyched und zB. fürs Training anheizt. Für nen Abend mit Kumpels und tatsächlich als Kinofilm genossen ist der Film aber sehr empfehlenswert. Langweile kommt bestimmt nicht auf und wer selbst gerne Trad-klettert, zB. in der Pfalz oder halt in Heubach
der kann das Gefühl der Kletterer bestimmt noch deutlich besser nachfühlen, als der gemeine Plastikzerrer. Wer eher selten traditionell klettert, aber nicht mit Scheuklappen den Sport betrachtet entdeckt oft beim zweiten, oder dritten Blick teilweise erschreckende Details und findet so vielleicht Zugang zu anderen Facetten des Klettersports. Augen AUF!
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sehr gutes review, the sharp end macht lust auf mehr
The Sharp End Review auf Rokblok…
Seit knapp zwei Wochen haben wir The Sharp End bei uns im Programm. Unser Partner Marc Stellbogen vom Rokblog hat sich die lang erwartete Forsetzung von Return2Sender und First Ascent angesehen und einen ausführlichen Testbericht geschrieben.
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