Bouldern in der Silvretta,Tirol,Österreich

15. August 2008 in Fotos, RokBlog  |  Keine Kommentare  |  14362 Leser
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Blockfeld Silvretta-BoulderVor kurzem war ich mit Benni gemeinsam in der Hinfahrt Silvretta-BoulderSilvretta, Österreich zum Bouldern. Mehrere Blockfelder aus Gneiss erstrecken sich auf einem Berghang in etwa 2000 Meter Höhe – DER perfekte Boulderspot für den Hochsommer und landschaftlich ein absolutes Traumpanorama! Hier ist Bouldern noch an jungfräulichem Fels möglich. Teilweise flechtig und völlig ungeputzt, weilweise grauenhaft hoch, insgesamt recht scharf und trotzdem absolut geil. Geplant waren eigentlich kurze, zwei Bouldertage, aber aus persönlichen Gründen wurden diese dann auch noch halbiert, so dass wir nur einen einzigen Tag hatten um das Gebiet zu erkunden.

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Scharfe Griffe der Silvretta-BoulderMemento, einer der Boulderfilme mit den schönsten Bildern, der besten Kamerafahrten und cooler Musik gehört zu meinem festen Abschaltprogramm. Wenn es mir schlecht geht und ich die Nase voll habe vom elenden Plastikgehampel, dann ziehe ich mir Memento mit Bernd Zangerl rein. Ein Grund dafür sind die tollen Aufnahmen, die mich inspirieren. Da es leider im Moment wieder eine solche Phase in meinem Leben gibt in der ich dringend raus muss habe ich angefangen über Google-Earth zu recherchieren, wo denn die Blöcke um die Silvretta herum liegen. Niviuk(fb8a) Silvretta-BoulderAkribisch habe ich in höchster Auflösung alle Berghänge abgesucht, bis ich auf ein viel versprechendes Blockfeld gestossen bin. Das muss es sein! Absolut spontan konnte ich Benni, der momentan eine Pause vom Bund macht davon überzeugen Neuland zu erkunden. Wetterbericht ausgecheckt, abends ausgemacht und morgends bereits im Auto in Richtung Tirol. Bein Ankommen erstmal Ernüchterung: Schön ist es zwar, aber so wirklich viel sehen können wir nicht. Es ist absolut neblig und so erkennen wir auch kein Blockfeld. Nach etwas Rumgesuche finden wir aber die ersten Blöcke und zerren uns auch direkt mal die Benni beim harten Einstieg an einem Silvretta-Boulderersten Schichten Haut von den Fingern. Verdammt ist das scharf! Der Gneiss als solcher ist zwar eher glatt und feinstrukturiert, die schuppigen Griffe sind aber richtig böse scharf und so belassen wir es dann auch bei einem kurzen Feierabendbouldern. Nachdem wir einen adequaten Schlafplatz gefunden haben, klärt auch der Himmel auf und es präsentiert sich uns ein unfassbarer Sternenhimmel. Meine Nacht ist seeehr kurz. Geplagt von meinen Befürchtungen und schlimmen Gedanken komme ich insgesamt gerade mal auf 2 oder 3 Stunden schlaf, kann aber so den Nachthimmel total geniessen. Unzählige Sternschnuppen ziehen ihre Bahnen und besonders eine lodert auf ihrem Weg quer über den Himmel zigmal auf. So hell, dass man deutlich den Körper erkennen konnte! Der Wunsch bleibt leider unerfüllt….

Marc in der Klingenhölle eines Silvretta-BouldersAm nächsten Morgen starten Benni und ich erstmal mit einem starken Kaffee und stürmen dann ungeduldig den Hang hinauf. Die Aufwärm-Verschneidung entpuppt sich doch deutlich härter als erwartet und mein Schlüsselzug im anschliessenden ‘Niviuk’ (fb8a) will  Marc in der Klingenhölle eines Silvretta-Boulderseinfach nicht klappen. Wir ziehen dann weiter an vielen Blöcken vorbei und landen schliesslich an einer leicht überhängenden Wand mit welligen Rasierklingen. Hier gibt es drei Boulder bei denen ganz klar der Schmerz die Crux ist. Spass macht es aber dennoch. Nachdem die drei Boulder abgehakt sind ziehen wir uns hoch in den oberen Teil des Blockfelds hier sind die Boulder ‘Krieger des Lichts’, ‘Memento’, ‘Niederwurz’ usw. Die meisten markierten Boulder sind alle echt schwer. Unter fb7c gibts hier nur wenig zu holen. Erschreckend oft stehen wir vor einem Block und denken uns: Marc in der Klingenhölle eines Silvretta-Boulders“Nette 6c, lass mal probieren” Um dann festzustellen, dass wir weeeeeeeit daneben liegen mit unserer Einschätzung. Der ganze Tag ist eigentlich super sonnig und sehr windig, als dann am Abend die Wolken aufziehen und es um uns herum überall regnet. Wir bleiben aber trocken.
Unten am Auto holt mich dann die bittere Realität wieder ein: Anrufe auf dem Handy und ich muss zurück nach Wiesbaden. Der Tag an sich war aber super schön und zumindest teilweise konnte ich mal auf andere Gedanken kommen. Die landschaftlichen Eindrücke sind einfach toll und was völlig anderes als im Tessin, oder Magic Wood an schon fast konsumfreundlichen Bouldern zu klettern. Beim nächsten Besuch in der Silvretta wird erstbegangen und die Drahtbürste effektiv genutzt. Es wird ein nächstes Mal geben! Das steht fest!

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