Antihydral

17. Februar 2007 in Fotos, Infos, Tests und Tipps  |  6 Kommentare  |  21035 Leser
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AntihydralIn letzter Zeit wars mal wieder ganz schlimm: Triefend nasse Finger beim blossen Gedanken ans Klettern. Da geht gar nix! Sowas hatte ich echt noch nie erlebt. In Elbsandsteinkreisen ja schon länger als “Geheimmittel” gehandelt kam mir sofort Antihydral von Robugen GmbH in den Sinn. “Gegen starke Schweißabsonderung, besonders Fuß-, Hand- und Achselschweiß, zum Auftragen auf die Haut.” Hört sich ja mal richtig prima an und teuer ists auch nicht.

Meine Tube liegt schon bestimmt über ein Jahr im Schrank und fristet ein trauriges Dasein. Hat glaube ich so um die 5 Euro gekostet. Das letzte Mal hab ichs aber irgendwie wohl falsch angewendet, jedenfalls hab ich richtig starke Schmerzen unter den Fingernägeln bekommen. Vermutlich weil ich was von dem Zeug an die Kanten der Fingernägel geschmiert habe und sich die Haut dort zusammengezogen hat. Dadurch ist sie unterm Nagel eingerissen. Echt unangenehm! Diesmal solls anders werden:

Erstmal ordentlich Liquidchalk auf die Finger und dann ne Ladung Antihydral drüber – schön aufpassen, dass der allervorderste Teil beim Fingernagel frei bleibt und sich nicht zu viel in den Gelenksfalten ansammelt. Antrocknen lassen, fertig. Abends grad nochmal drauf. Nach ein paar Tagen konnte ich feststellen, dass sich die Haut deutlich härter als üblich anfühlt und das Schwitzen war völlig weg. Nach fast einer Woche knüppelharte Hornhaut – fast wie Plastik. Ab gehts in den Urlaub an echten Kalk. Broccolifels in El-Chorro, kratzige Tufas, picklige Leisten, zahnige Sloper – alles kein Problem! Selbst bei richtig derber Beanspruchung hingen keinerlei Fetzchen herunter. Trotz Spülen und Duschen! Während dem Urlaub kommt direkt auf dem Zustieg und dann Abends wieder in der Hütte was auf die Griffel. Die Haut wird immer härter und ledriger.Hornhaut an den Fingern Auch nach dem Urlaub hab ich noch vollständig die Hornhaut auf den Fingern. Ab in die Kletterhalle: Irgendwie fühlt sich das Plastik der Griffe – ja, gar nicht an! Die Hornhaut ist so dick, dass ich keinerlei Textur der Griffe fühlen kann. Bouldern geht so absolut nicht! Ich versuchs trotzdem eifrig und was passiert? Am Mittelfinger der rechten Hand reisst mir wohl beim Aufstellen die Fingerhaut auf der Innenseite ein. Direkt in der Gelenkfalte hab ich jetzt nen schönen Cut. Cut durch AntihydralDie Haut ist wohl einfach zu Spröde geworden und dadurch eingerissen. Irgendwie hat sich das schon gefühlsmässig angekündigt. Die Behandlung mit Antihydral war wohl einfach zu intensiv.

Fazit: Eine Woche morgends und abends Antihydral auf die Finger, als Basis erstmal Liquidchalk davor und die Hornhaut wächst wie doof. Bei ersten Anzeichen von spröder Haut bzw. einem Ziehen beim Fingerstrecken AUFHÖREN! Erstmal kein weiteres Antihydral auf die Finger. Zum züchten von Hornhaut richtig gut geeignet! Bestimmt nicht gesund wg. dem Formaldehyd da drin, aber was solls! Ach ja, schöner werden die Hände sicher auch nicht dadurch, vielleicht gibts auch Ärger mit der Freundin, aber die sollte ja bei jemandem der sich ernsthaft für Antihydral interessiert eh schon Kummer gewöhnt sein :)

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6 Antworten zu “Antihydral”

  1. niki sagt:

    oh mann, das klingt jo so fantastisch, dass ich das auch unbedingt ausprobieren muss. gerade weil ich immer so nasse hände habe und sich da gar nie so richtig hornhaut bilden kann. habs jetzt erst einen tag, aber ist bisschen n scheiss dass die finger den ganzen tag weiss sind, oder ist das nur bei mir so? es wäre vielleicht noch eine untersuchung wert, ob das liquid chalk als basis wirklich hilft. vielleicht blockt es ja die creme eher ab? alles in allem ein super tipp jedenfalls!

  2. Hallo Niki,

    die beste Erfahrung habe ich jetzt mit Antihydral dünn, maximal 1-2 mal am Ruhetag und nochmals am Morgen auf dem Weg zum Fels gemacht. Aber nicht öfter als ca. 3-4 mal die Woche auftragen. Damit meine ich nicht 3-4 Tage, sondern wirklich das Auftragen. Zusammen mit dem normalen Chalken ist das echt ausreichend und Cuts bekommst du nicht. Musst halt wirklich die Gelenkfalten und das Nagelbett aussparen, sonst gibts Ärger. Wie sooft: Die Dosis macht das Gift!

    Hoffe du kannst cutfrei deine Erfahrungen mit Antihydral machen und bekommst deine nassen Finger in den Griff!

    Viele Grüße,

    Marc

  3. Lu sagt:

    Wer übermässigen Handschweiss hat soll zum Dermatologen gehen. Es gibt zig sehr gute Behandlungsmöglichkeiten. Ich hatte auch übermässigen Handschweiss und jetzt haftet nicht mal mehr das Magnesia an meinen Fingern.

  4. felix sagt:

    fazit: der einzige nachteil ist die zu spröde werdende haut nach einer woche intensivanwendung. abhilfe für das letzte problem:
    4-5 tage hintereinander antihydral nachts an den griffel anwenden wie oben beschrieben.
    unter tags wenn mal zeit ist (z.b. tv, musik u chillen) min ne halbe stunde “bepanthen, wund und heilsalbe” auftragen, einfach bisschen dicker als sonst. nach dieser zeit den rest der salbe verschmieren z.b. hand u aussenhandflächen.
    nach diesen 4-5 tagen: abwechselnd eine nacht antihydral auf die finger, andere nacht bepanthen drauf.
    man kann dann auch pausetage einlegen, wieviele pausetage ist bei jedem verschieden, selbst herausfinden wann sich die haut am besten anfühlt. bei mir reichen z.b. 1 mal je woche bepanthen u antihydral als “erhaltungsrythmus”, zu hallenkletterzeiten weniger.
    und der perfekte schliff des ganzen:
    ab dem tag, das ist bei jedem verschieden, ab dem die hornhaut zu dick, spröde.. rissig, “unbrauchbares hartplastik”, vom duschen matschig und nix mehr hällt u sich abschält… dann kommt 400er schleiffpapier zum einsatz. z.b. gerades, rundes stück holt mit schleifpapier einwickeln, das ist die perfekte fein-feile. damit wird die oberste, kaputte (oben genannte schlagworte oder ähnliches..) hornhaut-schicht abgefeilt/geschliffen.
    ich schleife dann soviel haut weg, bis eine perfekt geschlossene, kompakte zähe und aber trotzdem elastische hautschicht auftaucht, über die ganze vordere kuppe am besten.

    manchmal fehlen dann die fingerabdrücke, hehe. also nicht am nächsten tag nach amerika einreisen *grins*
    die kommen aber gleich wieder zurück.

    achtung, für hallenklettern kann zu trockene hornhaut ein nachteil sein, man rutscht an manchen griffen mehr ab.
    viel spass vielleicht probierts ja einer aus!
    lg

  5. Verdammt, ich dachte immer, ich sei der pathologische Lehrbuchfall des Klettervirus – und jetzt kommst Du mir so daher ;)
    Liest sich auf jeden Fall sehr organisiert!

    Ich mache momentan einmal ne dünne Schicht 1-2 Stunden vor dem Bouldern auf die Fingerspitzen. Das klappt soweit auch ganz gut, allerdings habe ich so natürlich nicht die dicken Platten auf den Flächen der Fingerspitzen.
    Werde wohl auch mal deiner Anleitung folgen… Danke!

    Viele Grüße,

    Marc

  6. Peter Saleski sagt:

    Moin! Hab’s jetzt erst gelesen, sorry, aber als menschgewordener Klettervirus kann ich Marc’s Tipp nur bestätigen! Antihydral hilft wirklich gut gegen palmare Hyperhidrose (schwitzen an den Händen, insbes. Handinnenflächen/Fingern) jedoch sind die Nebenwirkungen nicht ohne. Hab vom Hausarzt noch ein zweites Mittel geben lassen, ein sogenanntes Antiperspirant (AHC30 forte). Das nehm ich im Wechsel: Sonntags Antihydral, Mo, Di, Mi, AHC30, Donnerstag wieder Antihydral, Fr. und Sa. wieder AHC. Ich nehme beide Mittel durchgehend weil sich sonst keine längerfristig zufriedenstellende Wirkung einstellt. Mal eben vor dem Bouldern etwas auf die Hände schmieren klappt bei mir nicht. :/ Aber ich mach das jetzt schon über ein Jahr und die rissige Haut vom Antihydral habe ich kaum noch, da AHC wiederrum die Haut pflegt. Ansonsten gibt es nicht viele Alternativen die mich ansprechen: Iontoforese (Strombäder) ist mir zuviel Aufwand und Botox-Injektionen will ich nicht. Nervdurchtrennung oder Schweißdrüsenabsaugung? Na klar, wenn ich mir mal das Genick brechen will … Hang on! :D

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