Sportklettern in El Chorro[Andalusien/Spanien] Februar 2007

16. Februar 2007 in Fotos, RokBlog  |  2 Kommentare  |  12732 Leser
Tags: , , , ,

Enttäuscht über die grandios schlechten Kletterbedingungen in Tonsai/Thailand über den Jahreswechsel 2006/2007 komme ich Ende
Januar 2007 wieder zurück. Das muss kompensiert werden! Wohin kann man den zu dieser Jahreszeit noch mal schnell hinfahren?
Klaro, nach Andalusien ins schöne El-Chorro! Ich war schon ein paarmal dort gewesen, allerdings bin ich bei diesen Trips immer
in den Genuss extrem günstiger Mitarbeiterkonditionen von Lufthansa gekommen. Dies wird dieses Mal aber nicht so sein, woher bekomme
ich also nun günstige Flugtickets? Hmm, Ryanair fliegt doch nur nach Jerez, wie kommt man denn von dort nach Malaga? Schnell mal auf der
Website von Ryanair vorbei geguckt und siehe da: RYANAIR FLIEGT JETZT AUCH MALAGA DIREKT VON FRANKFURT AN! YEAH! Schnell mal durchgeklickt,
wann die günstigsten Flüge verfügbar sind: 09.Februar 2007 hin und 14.Februar 2007 zurück. 4 1/2 Klettertage für EUR 75,- Flugkosten.
Hört sich gut an! GEBUCHT! Schnell noch bei der Familie Hofer von der Finca La Campana angerufen, ne Finca für drei
Personen reserviert und ab in die Kletterhalle, den Leistungsverlust durch Thailand wieder aufholen. 1 1/2 Wochen bleiben nur noch bis zum
Flug…

Anreisetag
Unser Flug geht um 15:50 Uhr ab Frankfurt-Hahn. Mit Anreise, Parken, usw. sollten wir also so gg. 14:00 Uhr dort sein und einchecken.
Gesagt, getan. Aus Gewichtsgründen müssen unsere Seile wie immer ins Handgepäck, diesmal jedoch meint die nette Dame am SecCheck, dass die
Seile auf keinen Fall mitdürften. Na subba! Die ist wohl als Kind zu heiss geröngt worden?! Was sollen wir denn mit den Seilen anstellen?
Schmutzige Fesselspiele? Peitschorgien? Nach langem Hin- und Her konnte eine ihrer Kolleginnen, sowie unser erbärmliches Betteln ihr
grausames, hartes Aufseherherz erweichen und die Seile durften mit.
Um 19:10 landeten wir dann pünktlich in Malaga fuhren mit der U-Bahn U-Bahn nach Renfenach Malaga-Renfe für je EUR 1.10 und schlugen an diesem Hauptbahnhof
in Malaga die verbleibende Zeit bis zur Weiterfahrt tot. Der Hauptbahnhof ist der absolute Knaller! Malaga RenfeEin richtiges Einkaufszentrum mit
unzähligen Fressmöglichkeiten. Alles absolut niegel-nagel-neu! Pünktlich um 22:10 fuhr dann auch unser Zug nach Alora, den Direktzug nach
El-Chorro um 19:50 Uhr konnten wir ja nicht mehr erwischen. Um ca. 23:00 kamen wir dann in Alora an und fanden uns in der gottverlassenen
Einöde Andalusiens wieder. Kein Taxi, kein Bus, nix! Ausser einem polnischen Pärchen das ebenfalls nach El-Chorro wollte und von einem Bekannten
abgeholt wurde. Unser Glück: Wir durften mitfahren! Das Auto war zwar nur ein kleiner Seat mit KINDERSITZ, aber nach knapp einer halben Stunde
hatten wir es geschafft und nahmen zu sechst auf den 4 Plätzen inklusive Klettergepäck platz. El-Chorro Bahnhof15 Minuten später befanden wir uns dann in El Chorro
vor der Finca. Zwischenzeitlich hatte ich arge Bedenken je wieder laufen zu können, da sich mein linkes Bein infolge der doch recht eingeschränkten
Platzverhältnisse so anfühlte als wolle es gleich schwarz werden und abfaulen. Naja, habs ja überlebt ;)
Schnell noch die Finca bezogen und ab ins Bettchen.Finca la Campana

1. Klettertag
Der nächste Tag erwartete uns mit grandiosem Sonnenschein bei angenehmen 18 Grad Lufttemperatur und nem kräftigen Wind. Perfekte Bedingungen! Von
der Finca sind es gut 45 Minuten Fussmarsch Fussmarsch nach Frontales Mediasbis in den Sektor Momia / Frontales Medias wo einen gemässigte Kletterei und längere Routen erwartet.
Ich habe in diesem Sektor zwar schon alles geklettert, aber für nen ersten Tag wars genau richtig. Die anderen beiden waren ja auch noch nie dort,
so dass wir alle unseren Spass hatten. Ne 6b zum aufwärmen, dann ne 7a und erstmal schöööööön sonnen. Sektor MomiaNach ein paar Stündchen sind wir dann noch
etwas höher in einen anderen Zwischensektor gegangen, wo ich noch ne schöne 7b klettern wollte. Leider entpuppte sich diese Route allerdings als
extrem widerspenstiges Einzelstellenbiest, so dass ich mit Ach-und-Krach onsight hochkam. Wirklich Fingerhaut-freundlich war das Kalk-Broccoli-gekratze
allerdings nicht. Naja, das wars dann auch schon für diesen Tag. Zurück zur Finca, Nudeln mit Heringen in Tomatensauce und Chili verschlungen, ne
Runde gepokert und um 21:00 ab ins Bettchen.

2. Klettertag
Der zweite Tag bot uns zwar keinen Sonnenschein, aber die Temperaturen waren ideal für n bissi was Schwereres. Diesmal sollte es in die Poema de Roca gehen,
eine grosse Höhle ebenfalls in Frontales Medias etwas oberhalb vom Sektor Momia. Poema de RocaDiese Höhle ist eigentlich der Hauptsektor für alle die etwas schwerer
klettern, aber nicht bis ins Makinodromo wandern wollen. Einer wunderschönen 6b Verschneidung zum aufwärmen folgte dann mein Onsightversuch in der
“Rima Libre” (8a)Rima Libreknapp was verpeilt und direkt abgefallen! Naja, der zweite Versuch war dann deutlich besser und mit absolut aufgeblasenen Unterarmen
klippte ich die Kette. Danach hab ich noch ne 7b+ Onsight geklettert die sich willenlos ergab.Marc in Daunenjacke, Manu in Longsleeve

3. Klettertag
Am dritten Tag gings wieder in die Höhle, gleiche Bedingungen wie am Tag zuvor allerdings einen kleinen Tuck kälter und windiger. An diesem Tag wollte uns
allen nichts gelingen. Düsteres WetterZum aufwärmen schön die “Poema de Roca” (7a) geklettert wollte ich dann direkt die zweite Seillänge mit dranhängen (7c), was
sich aber als recht doof herausstellte, da beide Seillängen zusammen als 8a gehandelt werden und das ist dann zum aufwärmen doch eher -naja,
unpassend. :) Meine dicken Arme wollten sich auch nicht mehr so recht erholen und der Tag ging ohne einen einzigen Erfolg zuende.

4. Klettertag
Der vierte Klettertag spielte sich wieder in der Höhle ab. Wieder strahlender Sonnenschein! Marc hockt vor KulisseAufwärmen in einer sehr schönen 6b, die Expressen direkt
in der zweiten Seillänge eingehängt und ausgebouldert. Benni konnte seine erste 7b spielend punktenBenni beim Klettern und auch Manu war jetzt endlich nach
vielleicht 10 Versuchen in der “Rima Libre” erfolgreich. Na Toll, der letzte Klettertag, alle haben Erfolg und jetzt bin ich dran. Die Sonne pratzelte
inzwischen brutal in die Höhle und meine Route war inzwischen in der prallen Sonne! Halbnackt schwitze ich mich die 6b Einstiegsseillänge hinaufMarc in der EinstiegsSL zur Mamacita, ruhe
leidlich in einer kleinen Kuhle und über mir türmt sich das Dach der Höhle auf. Egal, was solls, die Beta steht, jetzt ists an mir alleine den perfekten
Klettertag zu vollenden: Sinterzange rechts, links dazuschwingen, rechts auf den Kratzer und auf nen Sloper deadpointen. Clipp! Kratzer, Kratzer, Kelle,
Kelle, Kelle, Clipp und – voila, die Crux. An derben Slopern im Dach wartet der Zug auf nen fiesen Kratzer, schnell rechts in die Zange, links den Sloper
gesaugt und 3 Meter über dem Haken völlig ausgestreckt mit rechts an einen Tufa kreuzen. Suchbild: Wo versteckt sich der Marc im DachYeah! Die erste Crux war geschafft und auch die zweite wollte sich
und lautem gestöhne ergeben. Jetzt nur noch dranbleiben bis zur Kette – geschafft. Der Klettertag ist perfekt! Ich bin mir zwar gar nicht mehr so sicher,
welche Route ich jetzt tatsächlich geklettert habe, da meine eigentliche Route durch eine Vielzahl von Projekten führte -egal, 8a wars locker und ich verbuche
es jetzt einfach mal als die “Mamacita”. Wenns am schönsten ist, soll man ja bekanntlich aufhören und so beschliessen wir die Sonne zu geniessen und
einfach faul rumzuliegen.

Abreisetag
Am Abreisetag Morgenlicht an der Fincableiben uns noch gute 4 Stunden bis der Zug um 15:00 wieder nach Malaga fährt. Zeit genug um im Sektor Albercones Mr. Samsonite und sein liebstes Stücknoch ein paar Routen
abzuspulen. 6a, 6a, 6b+, 7a+, 7a – alles kleingriffig technische, plattige Leistenkletterei. Plaisir pur nach den ganzen Überhängen. Als wir dann um
15:00 Uhr in den Zug steigen fing es direkt an zu Regnen. Was ein Timing! Es kommt noch besser: In Malaga scheint bereits wieder die Sonne, so dass
wir noch etwas tanken können, bevor es dann weiter zum Flughafen geht. In Malaga wird nochmal Sonne getankt - egal WO!Um 19:15 ist dann der Abflug, diesmal ohne grosses gejaule wegem den Seilen, dafür
mit umsomehr Erheiterung bei den Spaniern, die unser Chalk zunächst für Koks halten. Sind einfach lockerer drauf als die ollen SecCheck-Muttis in Deutschland.

Gegen 0:00 Uhr sind wir dann wieder zuhause und gehen auch eigentlich sofort in die Heia, morgen ist ja Donnerstag und da wird gebouldert…

Ähnliche Artikel:

2 Antworten zu “Sportklettern in El Chorro[Andalusien/Spanien] Februar 2007”

  1. Jan sagt:

    Marc fotos gehn nicht gruß Jsn besonders die unteren kommt immer das gleiche Foto

  2. marc sagt:

    danke für den hinweis!
    irgendwie klappt das nicht so recht mit den vorschaubildern. die sind in der grösse immer noch ca. 300kb pro bild, was die seite ziemlich aufbläht. vermutlich kommt dadurch das problem. ich guck mal, ob ich da was ändern kann. notfalls muss halt die bildqualität leiden :(

Hinterlasse eine Antwort